30.12.2011

Alpinklettern 2011

In diesem Sommer haben wir uns als Stützpunkt für unseren Bergurlaub das kleine Örtchen Burgberg im Allgäu am Fuß des Grünten herausgesucht. Ein idealer Standort, um die Allgäuer Alpen und die Tanheimer Berge unsicher zu machen.
Nach dem Alpinkletterkurs mit dem DAV im Tessin im Frühjahr und unserer ersten selbstständigen Tour am Karkopf wollen wir ein paar schöne einfache Alpin-Routen klettern. Dabei geht es uns neben dem Genuss an der Sache auch darum, die Kommandos und Abläufe zu trainieren und uns ein Stück in Bezug auf die Kletterlänge zu steigern.

Bärenfalle "Via Franziska" VI+ / Allgäuer Alpen

Als Start in den Urlaub haben wir uns eine leicht erreichbare Route mit kurzen Seillängen herausgesucht. Wir klettern die Route "Via Franziska", eine Übungsroute mit 6 Seillängen, wobei sich die ersten 5 Längen im Bereich II bis IV bewegen, lediglich die letzte Seillänge ist mit VI+ bewertet und kann bei Bedarf ausgelassen werden.
Die Kletterstrecke schlängelt sich durch das Flussbett eines Wasserfalls und wenn man es tatsächlich schafft selbst nicht nass zu werden, so wird aber das Seil spätestens beim Abseilen über die Route seine Wassertaufe erleben. Die Wandhöhe beträgt ca. 100 m und es ist eine Kletterstrecke von ca. 200 m zu bewältigen. Die Sicherungshaken sind bis auf weinge Ausnahmen allesamt gebohrt, an den Standplätzen sind 2 Haken vorhanden und insgesamt ist die Route üppig gesichert, so dass mobile Sicherungsmittel getrost zu Hause bleiben können. Wenige Haken waren durch Steinschlag verbogen, konnten aber noch mit ganz normalen Exen verwendt werden.

Der Zustieg zur Wand gestaltet sich denkbar einfach. Man stellt das Auto auf dem Parkplatz der Musauer Alm ab und an dessen Ende, dort wo der Wanderweg nach rechts hinauf führt, wendet man sich nach links und tritt durch ein Gebüsch geradezu direkt zum Einstieg. Am heutigen Tag, einem Sonntag bei perfektem Wetter nach vorangegangener Schlechtwetterphase, ist der Parkplatz derart überfüllt, dass wir bereits an der Bärenfalle, wenige Meter von der Straße entfernt parken müssen. Die Zustiegsstrecke hat sich dadurch quasi verzehnfacht ;-)
Zum Glück sind wir die einzigen, die zur Kletterroute wollen, alle anderen freuen sich auf das Bier auf der Musauer Alm. Wir machen uns bereit und legen los, heute erhalten unsere nagelneuen Doppelseile ihre Feuertaufe. Das Klettern klappt ganz gut, es geht über plattigen Fels der im unteren Teil auch recht trocken ist. Schwierig wird es erst in der letzten Seillänge, denn jetzt geht es im VI. Grad am Rand des Bachbetts auf schmierigem Fels zum letzten Standplatz.

Selten im Nachstieg so geflucht, aber schließlich stehen wir beide am Ende der Kletterroute und ruhen uns ein wenig aus. Bald darauf beginnt das Abenteuer Abseilen. Was wir bislang nur auf kurzen Strecken im Klettergarten geübt haben, muss jetzt zum ersten Mal über eine längere Strecke ausgeübt werden. Soweit funktioniert das ganze ja auch, nur bekommt das Seil auch gleich eine Wäsche, da wir es nicht schaffen es beim Auswerfen und beim Einholen aus dem Flussbett herauszuhalten. Hier erkennen wir noch Übungsbedarf, aber dafür sollen wir ja in den nächsten Tagen noch Gelegenheit bekommen. Zum Warmwerden fanden wir die Route nicht schlecht und verbringen den Nachmittag noch im Klettergarten Rieden, wo wir fast alle Routen runterspulen.

Mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Nassereith Gamspfeiler "Sonntagsspaziergang" IV, "Samersteig" III+ / Mieminger Kette

Als nächstes reisen wir über den Fernpass nach Nassereith, um uns den Gamspfeiler anzuschauen. Hier, im ganz rechten oberen Teil des riesigen Klettergebiets wurden einige Mehrseillängen im Bereich IV bis VII, Schwerpunkt V eingerichtet. Der Zustieg zur Wand ist vom zentralen Kletterparkplatz ausgeschildert und führt zunächst über eine Wiese, dann in Serpentinen durch ein Waldstück und schließlich durch das Geröllfeld zum Fels.
Der Nachteil an den Routen liegt ganz offenkundig darin, dass direkt oberhalb der Routen ein Klettersteig entlangführt und dadurch eine nicht zu vernachlässigende Steinschlaggefahr für die Kletterer provoziert wurde. Wir waren unter der Woche da, so dass nicht viel los war, aber wenn sich am Wochenende die Klettersteigler Karabiner an Karabiner reihen, möchte ich nicht darunter klettern.

Davon abgesehen sind am Gamspfeiler trotzdem gute Trainingsmöglichkeiten fürs Alpinklettern gegeben, wir haben uns 2 der Routen angesehen, gestartet haben wir mit der Route "Sonntagsspaziergang" 4 Seillängen, Schwierigkeit IV. Die Absicherung sucht, wie auch in den anderen Routen, ihresgleichen, sehr selten sind die Haken weiter als 2,5 Meter auseinander, hier kann wirklich nichts schief gehen.
Wir finden's okay, auch im Vorstieg muss heute niemand seine Nerven strapazieren. Das Klettern macht Spaß und bald sind wir am letzten Standplatz angelangt, der glücklicherweise im Schatten eingerichtet ist. Abenteuerlicher als die Kletterei wird auch heute wieder das Abseilen über die Route. Super, laut Topo können wir mit unseren 60 Meter Doppelseilen die 4 Seillängen in nur 2 Abseilmanövern bewältigen. Dass das nicht unbedingt die beste Idee ist und man in gestuftem Gelände vielleicht lieber öfter und dafür kürzer abseilt, lernen wir heute.

Bereits beim ersten Auswerfen der Seile verheddern sich diese und nur mit viel Mühe gelingt die Abseilfahrt. Zu allem Überfluss bleibt das Seil dann beim Abziehen noch an einem Baum hängen und nur mit einer kuriosen Mischung aus Gefühl und Gewalt befreien wir das Seil und können weiter abseilen. Auch die "Zweite Halbzeit" läuft nicht viel besser und so brauchen wir nach unten deutlich länger als nach oben. Etwas entnervt schauen wir uns im Anschluss von der etwas weiter unten am Fels gelegenen Route "Samersteig" nur noch die erste von drei Seillängen an und beenden danach den Ausflug nach Nassereith.

Mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen. Auf bergsteigen.at gibt es Topos der Routen.


Aggenstein Südwand "Rechte Südwandplatte" IV- / Südverschneidung" V+ / Allgäuer Alpen

Nach den ersten Gehversuchen bei talnahen Mehrseillängenrouten steht heute das erste einigermaßen alpine Ziel an. Auf jeden Fall gibt es heute eine Gipfelbesteigung, der Aggenstein im Tannheimer Tal soll erklommen werden, dessen Südwand einige leichte und gut gesicherte Alpinrouten bietet. Vor allem können wir heute vom Gipfel ohne abseilen ganz einfach über den Normalweg absteigen ;-)
Die plattige Südwand des Aggensteins bietet 7 Kletterrouten bei einer Wandhöhe von ca. 150 m und Kletterstrecken zwischen 180 und 200 m. Alle Routen liegen sehr dicht nebeneinander und sind jeweils in 5 Seillängen aufgeteilt. Die Schwierigkeiten bewegen sich zwischen 4- und 5+, die Hakenabstände sind herausfordernder als in Nassereith, allerdings sind die Routen dennoch ohne weiteres Material zu begehen, wenn man den geforderten Schwierigkeitsgrad sicher beherrscht.

Wir starten den Zustieg zur Wand heute auf dem Parkplatz der Bad Kissinger Hütte an der Straße zwischen Grän und Pfronten. Von hier sieht man schon das heutige Ziel in der Morgensonne. An ein paar Häusern vorbei geht es bald in den Wald und nach einigen Metern auf einem breiten Fahrweg zweigt ein Pfad rechts ab, der stetig nach oben führt. Bald lichtet sich der Wald und die Hütte kommt ins Blickfeld.
Es fehlen aber noch einige Höhenmeter, die in Serpentinen zurückgelegt werden, bis man den Grat zwischen Aggenstein und Brentenjoch und damit auch die Hütte erreicht hat. Wir sind nach ca. 1,5 h Aufstieg ordentlich geschwitzt und machen eine Pause in der Hütte. Hier hängen auch die Kletterrouten aus dem Gebietsführer von Toni Freudig aus, wir werfen zur Sicherheit noch einen kurzen Blick darauf. Bald gehen wir weiter, der Weg führt jetzt hinter der Hütte vorbei in den Grashang unter dem Gipfel.

Dort wo die erste Kehre des Normalwegs sich nach rechts wendet, geht man geradeaus auf schmalem Pfad leicht absteigend zum Fuß der Südwand. Als wir dort ankommen ist bereits eine Seilschaft auf der Südwestkante unterwegs und in der Mitte der Wand machen sich 2 Kletterer für die Linke Südwandplatte bereit. Perfekt, dann bleibt für uns die Rechte Südwandplatte, rein in die Klettersachen und los geht's. Den ersten Stand teilt man sich mit der Linken Südwandplatte, danach haben die Routen eigene Standplätze. Das plattige, geneigte Gelände bietet immer ausreichend Möglichkeiten zur Fortbewegung und fast immer wenn man sich einen Zwischenhaken wünscht, sieht man ihn auch schon. In der dritten Seillänge wird es dann interessant, das Gelände wird steiler und auf wenigen Metern kommen sich hier gleich 4 Routen auf engstem Raum nahe. Wir halten uns rechts und schon sind wir in der Nachbarroute, der "Südverschneidung" gelandet.

Macht nichts, das ziehen wir jetzt durch, die 4. Seillänge führt über ein kurzes ausgesetztes Stück am Grat, der letzte Stand ist etwas ungemütlich, aber die letzte Seillänge zum Vorgipfel dafür ein Genuss. Als wir auf dem Vorgipfel ankommen, freuen wir uns über den geglückten Aufstieg, verewigen uns kurz im Routenbuch und nach kurzer Pause gehen wir noch den Übergang zum Hauptgipfel an. Hier ist auf dem schmalen Pfad nochmal Konzentration gefordert, drüben angelangt kann dann aber erst mal in Ruhe alles eingepackt werden und etwas abseits genießen wir das Panorama. Der Abstieg über den Normalweg gestaltet sich dann als unspektakulär, auf der Bad Kissinger Hütte wird noch kurz für einen Eintopf Rast gemacht, bevor es auf dem schon bekannten Weg zurück ins Tal geht. Mit dem heutigen Tag haben wir um ersten Mal einen Gipfel der Alpen über eine Kletterroute erreicht. Eine Premiere, die gefeiert werden muss.

Den Track zur Tour gibt es bei wandermap.net und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen. Auf bergsucht.de gibt es Topos der Routen, die ein wenig von den Panico-Topos abweichen.


Burgberger Hörnle "Südgrat" IV+ / Allgäuer Alpen

Das Burgberger Hörnle, ein Nebengipfel des Grünten, bietet für denjenigen, der den Einstieg findet, eine tolle Kletterroute über 6 Seillängen. Die Stände sind meist im Abstand von 30 Metern eingerichtet und die Schwierigkeit bewegt sich im Bereich II+ bis III. In der letzten Seillänge befindet sich die Schlüsselstelle, ein kurzer Aufschwung im Schwierigkeitsgrad IV+, das auch III A0 überwunden werden kann. An den Standplätzen befinden sich jeweils 2 Bohrhaken, bzw. nach der ersten Seillänge wird an einem Baum Stand gemacht und nach der fünften Länge befindet sich ein einzelner Ringhaken. Zwischensicherungen gibt es so gut wie keine, wer mehr als 3 Exen mitschleppt, ist selbst schuld.
Wer sich unsicher fühlt kann mit Friends und Schlingen bei der Absicherung nachhelfen. Die Route führt über den landschaftlich reizvollen Südostgrat und bietet schöne Blicke Richtung Sonthofen und den Allgäuer Hauptkamm. Vom Ende der Route sind es nur noch wenige Meter bis zum Gipfelkreuz des Hörnles.

Aber vor dem Klettervergnügen steht wie immer der Zustieg und der hat es im Fall des Burgberger Hörnles in sich. Nicht etwa weil es so weit oder steil ist, sondern weil der Weg so schwer zu finden ist. Der Südseitige Normalweg auf das Burgberger Hörnle zweigt auf ca. 1100 m vom Wanderweg Richtung Grüntenhaus ab (Schild mit blauer Markierung). Diesem Pfad folgt man ca. 10 Minuten durch den Wald bis man auf eine Lichtung trifft. Hier geht der Normalweg zum Hörnle linkshaltend weiter, während der Zustieg zum Südgrat unmarkiert nach rechts abbiegt. Man folgt dem Pfad, der bald wieder in den Wald führt einige Höhenmeter und gelangt dann wieder in offenes Gelände, wo sich Pfadspuren in mehrere Richtungen verzweigen. Zwischen zwei Felsgraten zieht eine Grasrinne in Richtung Gipfel. Hier haben wohl schon viele den richtigen Einstieg gesucht - Wir auch!!!

Wir inspizieren zunächst den linken Grat, dann umrunden wir den rechten Grat recht weit unten, während ein Vater mit seinen beiden Söhnen gleich hier anseilt und den Grat ganz unten angeht... Was wir heute wissen: Der Aurikelgrat ist der rechte der beiden Grate, die Einstiegswand liegt von hier gesehen aber noch 50 Höhenmeter weiter bergauf. Man gelangt zu ihr, indem man rechts der Grasrinne bergauf einer Pfadspur in den Wald und später wieder linkshaltend zur Einstiegswand folgt, an der ein altes verblasstes rotes Holzschild liegt und ein Bohrhaken den Beginn der Route kennzeichnet. Wir haben den Einstieg mühsam im "Trial and Error Verfahren" gefunden.
Na dann kann es jetzt ja endlich losgehen, Seil aus dem Rucksack in den Klettergurt geschlüpft und ab in die Einstiegswand. Die ersten beiden Seilängen führen durch eine geneigte grasdurchsetzte Wand, die immer genügend Trittmöglichkeiten bietet. Mit der dritten Seillänge betritt man dann den Grat Richtung Gipfel.

Solange man sich auf dem Grat bewegt hat man immer griffigen Fels unter den Fingern, sobald man nach links ausweicht wird es grasiger. Nachdem man nach viel zu kurzer Zeit den Grat überklettert hat und nach dem Eintrag ins Routenbuch auch das kurze schwierigere Stück gemeistert hat, gelangt man kurz unterhalb des Gipfels in schrofiges Gelände. Hier packen wir die Klettersachen ein, gehen weiter und sind wir in wenigen Augenblicken am Gipfelkreuz.
Hier haben wir uns erst mal eine Pause verdient, bevor wir den weiteren Tag planen. Zunächst steigen wir über den Nordgrat vom Gipfel ab und wandern zum Grüntenhaus, wo wir uns auf der Terrasse im Sonnenschein ein kühles Getränk genehmigen. Gerade baut eine Folklore-Gruppe ihre Musik-Instrumente auf, doch noch bevor sie loslegen können sind wir wieder auf den Beinen.

Wir nehmen jetzt den Aufstieg zum nahen Grünten Hauptgipfel in Angriff. Bereits nach kurzer Zeit erreichen wir den Sendemast mit Bergbahn-Gipfelstation und wandern hinüber zum Jägerdenkmal. Hier bietet sich nochmals Gelegenheit für eine kurze Rast, bevor wir nach Norden absteigen. Wir wählen den Weg über die Obere Schwandalpe, die uns (schon wieder!!!) zur Rast einlädt und im Anschluss sind die restlichen Höhenmeter hinab ins Tal nur noch ein Katzensprung. Mit der Tour über den Grünten Hauptgipfel haben wir die Mini-Alpinroute zu einem ausgefüllten Bergtag mit vielen ausgedehnten Ruhepausen ausgeweitet.

Den Track zur Tour gibt es bei wandermap.net und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Gimpel "Südostwand" III+ / Allgäuer Alpen

Am letzten Tag des Urlaubs haben wir uns noch einmal einen klassischen Kletterberg herausgesucht, den Gimpel im Tannheimer Tal. Kaum zu glauben, dass durch den mittleren Wandteil der Gimpel Südostwand tatsächlich eine mit III+ unglaublich leichte und auch inzwischen noch fabelhaft gesicherte Kletterroute zum Gipfel zieht. So wird es auch Anfängern ermöglicht, am Seil einen der bekanntesten Klettergipfel der Nordalpen zu erklimmen.
Die Ausrichtung nach Süden sorgt auch nach Regen schnell wieder für trockenen Fels, die Wandhöhe von ca. 350 m wird in 8 Seillängen durchstiegen. Kein Licht ohne Schatten: Abstriche müssen in 2 wesentlichen Punkten gemacht werden. Zum einen ist die Route natürlich extrem beliebt und deswegen stark frequentiert, von einer Begehung am Wochenende muss man wohl abraten.

Obendrein ist der Fels teilweise brüchig und in Kombination mit dem ersten Nachteil besteht für alle in der Wand starke Steinschlaggefahr, sobald sich schon eine Seilschaft oberhalb befindet. Wir haben die Kletterroute dennoch in guter Erinnerung, denn wir konnten allen Steinen ausweichen (oder die Steine uns) und wir hatten es bei Kaiserwetter sowieso nicht eilig und ließen es als dritte Seilschaft in der Wand locker angehen.
Doch vor dem Klettern steht natürlich der Zustieg an. Man parkt auf dem Hüttenparkplatz von Gimpelhaus und Tannheimer Hütte am westlichen Ortsrand von Nesselwängle. Von hier führt der Weg zunächst oberhalb von Nesselwängle nach Osten zur gegenüberliegenden Seite der Ortschaft, bis der Pfad in den Wald einbiegt und in Serpentinen den Berg hinauf führt. Nach einer Stunde erreichen wir das Gimpelhaus und bestellen uns auf der Terrasse noch etwas zum Trinken.

Heute bei wolkenlosem Himmel und warmen Temperaturen müssen wir auf unseren Wasserhaushalt achten. Nach einer knappen halben Stunde gehen wir den weiteren Weg hinauf ins Gimpelkar an und nach einer guten halben Stunde passieren wir den Einstieg zum Gimpel Normalweg und wenige Meter weiter oben steht schon eine Seilschaft am Einstieg der Südostwand und beginnt die ersten Meter zu klettern.
Wir machen uns auch bereit und warten, bis wir loslegen können. Der Vorteil als letzte Seilschaft liegt heute darin, dass wir uns um die Routenfindung keine Gedanken machen müssen und dass es am Standplatz nicht langweilig wird, weil man sich unterhalten kann. Die Kletterei geht uns heute recht locker von der Hand, wirklich schwierig ist die Route nie. Dafür bietet sie tolle Ausblicke über das Tannheimer Tal und zu den Nachbargipfeln Kellenspitze und Rote Flüh.

So waren wir mit 3 Stunden gaaaaanz schön lange in der Wand und haben viel Zeit mit Warten und Schauen verbracht, aber am Ausstieg knapp unterhalb des Gipfels ist der Stau vorüber und die letzten Meter zum Gipfel sind nur noch ein Kinderspiel. Wir genießen den Ausblick und vespern ausgiebig, bevor wir auf dem Normalweg absteigen. Hier warten noch ein paar kurze IIer Stellen, die abgeklettert werden müssen, aber viel wichtiger ist, dass später auf dem Gimpelhaus ein leckerer Kaiserschmarrn wartet, der zum Urlaubsausklang verdrückt wird.

Den Track zur Tour gibt es bei wandermap.net und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen. Auf bergsteigen.at gibt es ein Topo der Route.


Fazit

Als wir uns vor dem Urlaub Gedanken gemacht haben, welche Touren wir uns zum Einstieg zutrauen sollen, hatte man bei der einen oder anderen Route doch noch einigen Respekt. Würde das hinhauen? Sind wir dazu schon in der Lage? Toll, dass alles dann doch so spitzenmäßig geklappt hat. Vor allem das Wetter hat viel dazu beigetragen, dass wir immer stressfrei mit ausreichend Zeit am Berg unterwegs waren.
Und das wichtigste: Es hat unglaublich viel Spaß gemacht. Mit dem Alpinklettern haben wir uns eine weitere Abwechslungsmöglichkeit für die Urlaube in den Bergen erschlossen, in den nächsten Jahren wird es hier sicher für uns weitergehen. Mal schauen was im nächsten Jahr auf der Agenda steht, die eine oder andere Idee reift schon. Auf jeden Fall ist eines klar: Immer schön ein Schritt nach dem anderen, wir grasen jetzt wohl erst mal für eine Weile die einfachen gut gesicherten Routen am Alpennordrand ab.


Mehr Bilder der einzelnen Routen gibt es bei www.23hq.com oder direkt hier:

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