30.06.2012

Dolomiten 2012

Der Saisonauftakt in den Bergen führt uns in diesem Jahr auf die Südseite der Alpen. Wir wollen zum ersten Mal einen Fuß in die Dolomiten setzen, nachdem wir die Gebirgsgruppe bislang nur aus den Stubaier Alpen in weiter Ferne gesehen haben.

Palmschoß - Berggasthof "Sass Rigais" 02.06.2012

Heute heißt es also früh aufstehen: um 5:25 Uhr klingelt der Wecker und wir machen uns startklar für unsere Dolomitenhüttentour. Die Anreise haben wir dieses Mal umweltfreundlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln geplant: 6:24 Uhr ICE von AB nach München, 9:31 Uhr EC von München nach Brixen, 13:18 Uhr Bus von Brixen zum Palmschoß. Trotz einer kleinen Verspätung kurz vor Brixen klappt alles wunderbar und so stehen wir um 14:00 Uhr an der Endstation der Buslinie und erhalten bei perfektem Wetter den ersten Einblick in die Bergwelt der Dolomiten.
Wir befinden uns jetzt bereits auf ca. 1.700 m und sehen im Süden den Aferen Geisler und die Geislergruppe. Nachdem wir uns sortiert haben und der Rucksack geschultert ist, können wir um 14:15 Uhr zu unserem ersten Tagesziel, dem Berggasthof Sass Rigais in Villnöss, aufbrechen.

Die Sonne scheint uns auf den Pelz und so kommen wir auf den ersten Metern gleich ordentlich ins Schwitzen. Der Weg führt uns zum Teil an der Fahrstrecke entlang, zum Teil wandern wir auf kleineren Pfaden durch den Wald, bis wir am Russiskreuz an der Abzweigung zum "Günther-Messner-Steig" ankommen.
Die Befürchtung auf seinen Bruder Reinhold zu stoßen, bewahrheitet sich glücklicherweise nicht. Der schmale Pfad führt uns jetzt steil hinauf und immer wieder legen wir Trinkpausen ein. Bis zur Abzweigung nach Zans wandern wir auf dem "Unteren Herrnsteig" im stetigen Auf und Ab durch den Wald. Bald ist es soweit und die Bäume lichten sich, so dass sich ein fantastischer Blick auf die Nordseite der Geislergruppe mit den bekannten Felsbergen Furchetta und Sass Rigais eröffnet.

Endlich sehen wir kurz darauf auch den Berggasthof in der Ferne und nach dem letzten Abstieg ins Zanser Tal kommen wir dort wie vorhergesagt um kurz nach 19 Uhr an. Wir verschwinden kurz in unser einfaches Doppelzimmer, welches mit einem Waschbecken ausgestattet ist, für eine Katzenwäsche und begeben uns dann zum Abendessen: Käse- und Speckknödel mit Butter, Schnitzel mit Pommes und zum Abschluss Vanilleeis.
Die Crossini und das Weißbrot sind nebenher schnell vertilgt, das Vinschgauer Knaeckebrot findet eher weniger unseren Geschmack. Nach dem Essen ist die Bettschwere durch den langen Tag schnell erreicht. Glücklich und erschöpft, den ersten Tag unserer Reise gemeistert zu haben, dauert es nicht allzu lange bis wir ins Reich der Träume abtauchen.

Den Track zur Tour gibt es bei wandermap.net und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Berggasthof "Sass Rigais" - Regensburger Hütte 03.06.2012

Beim Blick aus dem Fenster begrüßt uns die Geislergruppe an diesem Morgen wolkenverhangen. Ausgeruht und munter begeben wir uns gegen 8:30 Uhr zum Frühstücksbuffet. Nachdem wir am Vortag morgens eher zu wenig getrunken haben, versuchen wir das heute morgen wett zu machen. Gestärkt starten wir um 9:15 Uhr mit dem Aufstieg entlang des Tschantschenonbachs (Ja der heißt wirklich so) in unseren zweiten Tag und schon nach einigen Höhenmetern können wir die gerade erst angezogenen Jacken auch schon wieder ausziehen. Wir treffen bald auf den Adolf-Munkel-Weg, der unter den Nordabbrüchen der Geislergruppe im stetigen Auf und Ab nach Westen führt. Zahlreiche Felsblöcke liegen immer wieder am Wegesrand und einem davon können wir nicht widerstehen: 3...2...1 wer ist schneller hochgebouldert?

Für den heutigen Tag wird die größte Herausforderung sein, die Geislergruppe über die Panascharte zu überqueren. Nachdem wir zu dieser frühen Jahreszeit damit gerechnet haben, vereinzelt auf Schneefelder zu treffen, haben wir unsere Grödeln eingepackt. Der Weg hinauf zur Scharte ist von Geröll und kleineren Schneefeldern gesäumt, die wir größtenteils umgehen können, so dass die Grödeln erstmals im Rucksack verbleiben.
Allerdings setzen wir - als wir den Felsen näher kommen - für alle Fälle unseren Steinschlaghelm auf. Wer weiß schon wer oder was von oben kommt und zudem ist der Weg durch die Schneeschmelze doch recht rutschig. Teilweise drahtseilversichert steigen wir in der engen Scharte in Serpentinen immer höher, bis wir am höchsten Punkt unsere Mittagspause einlegen und die Rundumsicht genießen. Hier pfeift der Wind und so packen wir uns nach dem schweißtreibendem Aufstieg in unsere Jacken ein und auch die Wintermütze darf nicht fehlen.

Kurz bevor wir weitergehen wollen, entdecken wir noch ein Murmeltier (oder auch Marmotta, wie es auf italienisch heißt), das in einer ausgiebigen Fotosession unbedingt in Bildern festgehalten werden muss. Am Vortag hatten wir noch darüber gesprochen, eventuell zum Mittag in die Troierhütte einzukehren, die wir vom Schartenausstieg ein paar Höhenmeter tiefer sehen können.
Nachdem wir aber schon eine recht lange Mittagspause eingelegt haben, beschließen wir auf direktem Wege zur Regensburger Hütte durchzumarschieren. Noch ist unser Ziel hinter einem kleinen Berghügel verdeckt, wir kommen jedoch zügig voran und so ist auch dieser kleine Anstieg schnell bezwungen. Die italienische Flagge an der Hütte weist uns die letzten Meter und nachdem wir zur Kaffeezeit ankommen, lassen wir die Wanderung mit Kaffee und Kuchen ausklingen.

Unglaublich aber wahr: wir sind die einzigen Gäste auf der Hütte! Zwar ist es noch früh in der Saison, aber da die Hütte exakt an diesem Wochenende eröffnet hat, hatten wir doch deutlich mehr an Publikum erwartet. Das Doppelzimmer ist einfach, aber mit einem Waschbecken und einer Steckdose ausgestattet, genug also um eine Nacht zu überstehen.
Wir haben noch genug Zeit, um uns die Gegend um die Hüte noch ein wenig anzuschauen. Leider sind die Gipfel von Langkofel und Plattkofel, die wir von hier aus von Ihrer Nordseite betrachten können, die ganze Zeit mit einer Wolkenhaube versehen. Das Abendessen im Anschluss gibt es heute à la carte: Speckknödelsuppe, Spaghetti mit Fleischsoße und dazu zum Anstoßen 2 Radler. Prost!

Den Track zur Tour gibt es bei wandermap.net und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Regensburger Hütte - Plattkofelhütte 04.06.2012

Die Wetterprognose war für heute eher kühl und regnerisch gemeldet. Auch von Schnee auf ca. 2000 m war die Rede. Nachdem das Barometer am Abend zuvor noch stabil war, hatten wir die Hoffnung dem schlechten Wetter zu entgehen. Doch leider begrüßt uns der Morgen mit Nieselregen. Pünktlich um 7:15 Uhr sitzen wir als die einzigen Gäste im Hüttenraum am Frühstückstisch. Danach machen wir uns und unsere Rucksäcke wetterfest und auf geht es am Tag 3. Für heute ist der Anstieg zur Plattkofelhütte auf ca. 2.300 Höhenmeter geplant. Nachdem der Regen beim Abstieg von der Regensburger Hütte in den Ort St. Christina immer stärker wird, wollen wir den Hüttentag beinahe schon ausfallen lassen. Auf der Karte suchen wir nach Möglichkeiten, um auch die Folgetage noch wie geplant wahrnehmen zu können. In der Touristeninformation klärt man uns dann auf, dass unsere alternativen Ziele wenn nur mit Taxi erreichbar sind.

Die Saison hat noch nicht begonnen und die öffentlichen Verkehrsmittel fahren nur sehr eingeschränkt. Um unser heutiges Etappenziel doch noch erreichen zu können, entschließen wir uns, den Fahrweg zur Hütte einzuschlagen. Dieser sollte trotz des Wetters begehbar und risikoarm sein. Gesagt getan und los geht's durch den Regen bergan.
Ab ca. 1.900 Höhenmeter setzt der Schnee ein und ehe wir es uns versahen sind wir Anfang Juni in einer verschneiten Berglandschaft unterwegs. Kurz vor der Zallinger Hütte machen wir an einem Unterstand eine ziemlich ungemütlich kurze Mittagspause. Die Hände sind vom Schnee schon etwas steifgefroren und es erfordert einiges an Geschick, den Rucksack und dann auch noch die Müsliriegelverpackung zu öffnen.

Die Abzweigung zur Hütte ist glücklicherweise nicht mehr weit und auch die Gehzeit ausgeschildert mit ca. 40min scheint überschaubar. Noch ca. 300 Höhenmeter liegen vor uns und die haben es bei dem Wetter in sich. Der Weg geht steil bergauf, aber wir stapfen mit dem klaren Ziel vor Augen unermüdlich höher.
Endlich taucht die Hütte aus dem Nebel auf und wir sind stolz auf unsere Tagesleitung. Trotz widriger Umstände bei Regen und Schnee haben wir den Anstieg geschafft. Das Doppelzimmer ausgestattet mit Dusche und WC (und das auf 2.300m!) ist wirklich sensationell komfortabel und lädt uns nach heißer Schokolade und Jagertee im Gastraum zu einem kleinen Mittagsschläfchen ein. Hier können auch die nassen Schuhe und Klamotten perfekt auf der Heizung trocknen.

Die Tour hat hungrig gemacht und beim Abendessen entscheiden wir uns fürs Menü: Spinatknödel mit Butter und Parmesan, gemischter Salat, Rindsgulasch mit Reis und zum krönenden Abschluss Apfelstrudel mit Vanillesauce. Gegen Abend werden wir noch für die widrigen Umstände auf der Tour entschädigt. Der Schneeregen lässt nach und so langsam kommt der blaue Himmel wieder hervor. Im Westen sehen wir zum ersten Mal den Schlern und die Rosszähne, direkt bei der Hütte zeigt sich der überzuckerte Plattkofel und im Osten sehen wir im letzten Abendlicht die Königin der Dolomiten: Die 3.343 m hohe Marmolata! Nachdem den Tag über in Regen nd Schnee kaum Fotos möglich waren, wird jetzt alles nachgeholt und die Speicherkarte in der Kamera kommt zum Glühen. Kurz nach dem Essen verziehen wir uns müde und satt auf unser kuscheliges Zimmer. Gute Nacht!

Den Track zur Tour gibt es bei wandermap.net und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Plattkofelhütte - Tierser Alpl Hütte 05.06.2012

Für heute ist das Wetter sonniger und wärmer vorhergesagt – auch hier hat der Wetterfrosch wieder recht behalten. Wir starten mit einem schönen gemütlichen Frühstücksbuffet und zum Abschluss wird sogar noch ein Stück Käse-Sahnetorte vertilgt, bevor wir mit unserer Tour starten. Die Sonne scheint, doch noch weht auf 2.300 m ein ziemlich kühler Wind und wir sehen zu, dass wir auf dem "Friedrich August Weg" schnell vorankommen.
Ein Großteil des Schnees auf dem Weg ist mittlerweile weggeschmolzen, doch die hohen Berge der Rosengarten und Schlerngruppe, auf die wir zumarschieren sind noch schneebedeckt.
Auf unserem Weg zum Tierser Alpjoch begegnen wir zahlreichen Murmeltieren, die lustig den Berg rauf- und runtertollen und kaum von uns Notiz nehmen. Der Weg geht dann nochmals steil bergan und als wir die Anhöhe erreichen, sehen wir die Tierser Alpl Hütte zu unserer Rechten.

Zur Linken führt uns der Weg in Richtung Grasleitenpasshütte, unserem heutigen Ziel. Der Weg führt jetzt über kurze drahtseilversicherte Stellen auf eine Anhöhe und schlängelt sich dann im ständigen Auf und Ab durch Geröll, kleinere und größere Schneefelder. Einmal versinken wir bis zu den Knien im Schnee und müssen uns einen alternativen Weg suchen.
Schließlich kommen wir am Molignonpass an, von dem aus wir unser Tagesziel auf der anderen Seite eines tiefen Kessels nur erahnen können. Der steile Weg hinab ist noch mit Schnee bedeckt und beim Gegenanstieg zur Hütte können wir keine Fußspuren im Schnee erkennen. Nach kurzem Überlegen entschließen wir uns zur Umkehr zur Tierser Alpl: das Risiko, den Pass hinab auszurutschen bzw. beim Anstieg tief im Schneefeld zu versinken, ist uns doch zu groß.

Zu unserem Glück bietet die Tierser Alpl Hütte auch Übernachtungsmöglichkeiten und nachdem - wie schon erwähnt - die Saison noch nicht begonnen hat, ist es auch kein Problem für uns, ein Zimmer für eine Nacht zu bekommen. Die Unterbringung ist okay, weniger luxuriös als in der Plattkofelhütte, aber was braucht man mehr als ein Bett, Essen, Trinken und Sanitäranlagen? An der Hütte genehmigen wir uns noch eine kurze Verschnaufpause auf der Terrasse und machen uns Gedanken, wie wir den restlichen Tag verbringen wollen.
Direkt hinter der Hütte sehen wir ein Schild zum Einstieg des Maximiliansteigs, einem mittelschweren Klettersteig, der über die Rosszähne und die Roterdspitz führt. Na dann wollen wir mal, schließlich soll die Klettersteigausrüstung nicht umsonst im Rucksack gelandet sein...

Den Track zur Tour gibt es bei wandermap.net und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Maximiliansteig 05.06.2012

Um 14:45 Uhr legen wir die Ausrüstung an und nehmen jetzt natürlich nur das Nötigste mit auf den Klettersteig. Unseren schweren Rucksäcke müssen schließlich das Bergpanorama nicht auch noch zeigen. Der Steig beginnt tatsächlich wenige Höhenmeter hinter der Hütte und führt zunächst recht steil durch eine Rinne in die Scharte östlich des Großen Rosszahns. Von hier aus sieht man über die grünen Wiesen der Seiser Alm auf den Alpenhauptkamm im Norden. Weiter geht es einen weiteren Aufschwung hinauf auf den Gipfel des Großen Rosszahns. Berg Heil! Wir haben den ersten Gipfel auf unserer Dolomiten-Tour erreicht!
Die Anstrengungen haben sich gelohnt,vom Gipfel bietet sich ein toller Rundumblick. Im Westen der Schlern, im Süden der Rosengarten und die Latemar-Gruppe, im Osten Plattkofel und Langkofel, sowie die Sellagruppe mit der Marmolata.

Wir verweilen nur kurz, denn wir haben die Uhr und das anstehende Abendessen fest im Blick. Der Klettersteig ist mit 2 Stunden ausgeschrieben und tatsächlich werden wir am Ende sogar ein wenig länger brauchen. Zunächst müssen wir jetzt am Drahtseil den steilen Abstieg vom Gipfel bewältigen, der uns auf den Grat Richtung Roterdspitz führt. Ab hier ist der Steig nur noch selten versichert und leitet uns in leichter Kletterei nach Westen.Immer den Schlern vor Augen kommen wir nach einer ganzen Weile vor dem Aufschwung zur Roterdspitz am Notausstieg des Steigs an, an dem man die Tour auf einem steilen Pfad Richtung Süden verlassen könnte. Wir gehen weiter und folgen jetzt wieder einigen Drahtseilen hinauf zum Gipfel der Roterdspitz. Als wir nach der Überschreitung des Gipfels endlich den Ausstieg des Klettersteigs erreichen, zieht sich der weitere Weg zurück zur Hütte noch ganz schön.

Mittlerweile ist es kurz vor 18 Uhr und wir sind nach dem Tag doch ein wenig geschafft und ziemlich hungrig. Zurück an der Hütte unterziehen wir uns einer kurzen Katzenwäsche und ab geht es zum Abendessen.
Heute kommt einmal das Menü auf den Tisch: Speckknödelsuppe, gemischter Salat, Bergsteigeressen bestehend aus Leberkäse, Bratkartoffeln und Spiegelei und zum Abschluss Marmorkuchen mit Sahne. Und einmal à la carte: Nudelsuppe und Rindsgulasch mit Speckknödel. Nach dem langen und anstrengenden Tag verziehen wir uns kurz vor 22 Uhr in unser Zimmer und versuchen für den nächsten Tag Kraft zu tanken. Dank Ohrenstöpsel und dem 6-Bettzimmer nur für uns zu zweit verläuft die Nacht dann auch recht geruhsam. :-)

Den Track zur Tour gibt es bei wandermap.net und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Tierser Alpl Hütte - Tschafonhütte 06.06.2012

Heute wollten wir erst später zum Frühstück und sind dann doch um kurz nach halb acht im Speisesaal. Nach Käse-Sahnetorte am Vortag gibt es heute morgen Marmorkuchen. Die Aussicht ist noch vernebelt und immer wieder fegt ein frischer Wind durch. Gut eingepackt machen wir uns auf zur Tschafonhütte, unserem 5. Etappenziel. Zuerst müssen wir ein ganzes Stück durch das Bärenloch und das Tschamintal bis nach Weißlahnbad hinabsteigen, bevor es noch ca. 2h bergauf geht. Im Laufe des Tages bessert sich das Wetter und ab und an zeigt sich die Sonne. Wir kommen gut voran und schon bald erreichen wir die Tschafonhütte, die inmitten einer Wiese gesäumt von Bäumen steht. Wir beziehen unser spartanisches Zweibettzimmer. In der Nacht erhellt nur Kerzenlicht den Raum und zum Waschen dient traditionell eine Waschschüssel, ein Waschraum ist nicht vorhanden.

In der Nachmittagssonne erfrischen wir uns auf der Terrasse mit Apfel- und Holunderblütensaft. Danach zieht es uns noch auf die Völsegg-Spitz, leider ist das Wetter ziemlich diesig so dass die Panoramabilder notgedrungen entfallen. Zurück an der Hütte relaxen wir bei Cappucchino und Heißer Schokolade im Gastraum.
Das Abendessen fällt gut und reichlich aus: 1x Speckknödelsuppe, Spaghetti Bolognese und gemischter Salat oder Gemüsesuppe und 1x Gulasch mit Speckknödeln und gemischter Salat. Kurz vor der Dämmerung machen wir noch einen kleinen Verdauungsspaziergang und statten den Hüttenhasen noch einen kleinen Besuch ab, bevor wir es uns in der Gaststube mit diversen Outdoorzeitschriften gemütlich machen.

Den Track zur Tour gibt es bei wandermap.net und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Tschafonhütte - Hofer Alpl 07.06.2012

Am letzten großen Wandertag soll das Wetter wie am Vortag verlaufen: morgens Nebelfelder, im Laufe des Tages bedeckt und vereinzelt Sonnenschein. Nachdem unser letztes Ziel, die Hofer Alpl, von der Tschafonhütte nur mit 1h 30min ausgeschildert ist, beschließen wir einen Umweg zu machen und die Hammerwand zu besteigen. Das Frühstück fällt heute etwas karg aus und los geht’s. Nach dem ersten kleinen Anstieg verschwindet die Softshelljacke auch schon im Rucksack. Der Gipfel ist mit 1h 40min ausgeschildert. Es geht stetig bergauf durch den Wald und wir versuchen ein gleichmäßiges Tempo einzuhalten. Das Gipfelkreuz der Hammerwand steht dann aber auf einem niedrigeren Vorsprung Richtung Tal und die Aussicht von dort ist leider ziemlich bewölkt. Nach einer kurzen Pause und dem obligatorischen Eintrag ins Gipfelbuch geht es weiter.

Der An- und Abstieg bis zum Gipfel ist noch nicht das Ende, auf der weiteren Überschreitung Richtung Tschafatsch-Sattel sind doch noch einige Höhenmeter zu erklimmen, obwohl der Weg auf der Karte ziemlich kurz erscheint. Fazit: so viel Aufwand für so wenig Strecke. Mittlerweile scheint ab und an die Sonne durch und wir kommen ziemlich ins Schwitzen. Endlich kommen wir an einen Wegweiser, an dem wir uns links halten und den Abstieg beginnen. Der Weg schlängelt sich weiterhin am Berg entlang, immer wieder entwischen wir der Sonne in den schützenden Schatten. Der Abstieg geht ordentlich in die Knie, aber dann haben wir es geschafft: wir sind an der Hofer Alpl angekommen. Gebucht hatten wir eine Nacht im Matrazenlager. Da kurzfristig noch ein Zimmer frei geworden ist, überlegen wir nicht lange und entscheiden uns für die letzte Nacht für das Doppelzimmer mit Dusche und WC.

Nach den spartanischen Waschangelegenheiten die letzten Tage wird erstmals ausgiebig heiß geduscht. Und das beste ist auch noch: hier gibt es doch tatsächlich einen Föhn!!! Frisch wie seit Tagen nicht mehr genießen wir noch den Sonnenschein auf der Terrasse. Bis zum Abendessen ist es noch ein wenig hin und wir verziehen uns auf unseren Sonnenbalkon mit ein wenig Südtiroler Lektüre. Um 18:00 Uhr zieht es unsere hungrigen Mägen in den Speiseraum: Zucchinicremesuppe, Fleischspieß mit Bratkartoffeln und zu guter Letzt Hefebuchteln mit Vanillesoße, die mit Marmelade gefüllt sind. Nach dem Essen verweilen wir nicht mehr lange und ziehen uns in unser Zimmer zurück. Der Tag mit dem vielen Auf und Ab war anstrengend und der Verdauungsschnaps (ein sehr leckerer Enzian) hat sein übriges zur Bettschwere beigetragen.

Den Track zur Tour gibt es bei wandermap.net und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Hofer Alpl - Völs 08.06.2012

Nach 6 tollen Wandertagen endet heute leider unsere Dolomiten-Hüttentour. Als erstes starten wir den Tag mit dem Frühstück. Das gibt es in der Hoferl Alpl erst ab 8 Uhr, also für unsere Verhältnisse recht spät. Es gibt dafür aber einiges an Auswahl: frische Brötchen, kerniges Sonnenblumenbrot, Honig, Marmelade, Butter, Speck und Käse dazu zwei Spiegeleier mit Speck und ein gekochtes Ei, Multivitaminsaft, Wasser und Pfefferminztee und zum Abschluss Naturjoghurt. 1x mit Früchten garniert und 1x pur.
Nach dem guten Frühstück fällt es sehr schwer aufzustehen. Gegen 9:15 Uhr brechen wir schließlich auf: am letzten Tag steht lediglich der Abstieg nach Völs mit Abstecher über die Tuffalm und den Huber Weiher an bis wir dann mit dem Linienbus nach Bozen fahren.

Unser Zug zurück startet erst um 14:33 Uhr vom Bozener Hauptbahnhof und so bleibt uns noch ein wenig Zeit in der Hauptstadt Südtirols. Nach der Einsamkeit der letzten Tage ist der Trubel und Lärm doch sehr ungewohnt. Für einen Besuch im Museum bei Ötzi fehlt uns der Antrieb, wir schlendern stattdessen ein wenig durch die gut besuchten engen Gassen und versorgen uns mit Vesper für die Rückfahrt. Hier gibt es tatsächlich riesige Laugenbrezeln, da schlagen wir gleich zu. Später sitzen wir noch ein wenig vor der Statue des Walther von der Vogelweide auf dem nach ihm benannten Platz, bevor wir zum Bahnhof gehen.
Die Uhr schlägt kurz nach halb drei, der Zug fährt im Bozener Hauptbahnhof ein und bringt uns als erstes wieder über den Brennerpass und Innsbruck nach München. Von dort aus geht es wieder im ICE über Nürnberg und Würzburg weiter nach Aschaffenburg. Kurz vor 22 Uhr haben wir es geschafft und wir sind wieder zurück.

Den Track zur Tour gibt es bei wandermap.net und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Fazit

Die von uns besuchten Hütten waren bezüglich ihrer Ausstattung sehr unterschiedlich: teilweise sehr spartanisch mit nur fließend kaltem Wasser (z.B. Tschafonhütte) und teilweise erstaunlich luxuriös mit Dusche und WC im Doppelzimmer (z.B. Plattkofelhütte) eingerichtet. Bis auf die Regensburger Hütte waren alle Hütten Privatunterkünfte.
Das Essen, wie man im Bericht lesen kann offensichtlich ein wesentlicher Punkt, war überall gut und reichlich, insbesondere die Vielzahl an Knödelvariationen hat sehr unseren Geschmack getroffen, und besonders erstaunlich ist die Tatsache, dass der „Kaffeetrend“ mit Latte Macchiato und Espresso selbst auf den Hütten Einkehr gefunden hat. Vom Wetter waren wir auf alles eingestellt und beinahe alles haben wir mitgemacht: von brennender Sonne bis bewölkt und kühl hin zu einem Regen- und Schneetag.

Insgesamt gab es nur eine Etappenänderung aufgrund des Wetters, ansonsten hat alles superklasse geklappt – angefangen von der An- und Abfahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Zurechtfinden auf den teilweise schmalen aber immer gut beschilderten Pfaden. Zusätzlich haben wir auch noch einen Klettersteig mitgenommen – den Klettergurt und das Klettersteigset haben wir also nicht für umsonst mitgenommen.

Im großen und ganzen fand alles, was wir im Rucksack hatten, seine Verwendung. Für besondere Situationen und Notfälle hatten wir auch noch dabei: Grödeln, Biwaksack, Stirnlampe (inkl Ersatzbatterien), Erste Hilfe Set.
Für das nächste Mal bedarf es einer kleinen Verbesserung der Packliste: zusätzlich Bepanthen für trockene Haut und rissige Lippen, ein dickeres Longsleeve für abends auf der Hütte (zwar wurde in den Hütten geheizt, richtig warm war es aber leider nicht immer) und aus reiner Vorsichtsmaßnahme werden nächstes Mal die Hüttenklamotten alle in Plastiktüten eingepackt.

Die Entscheidung sehr früh in der Saison in die Dolomiten zu fahren hat sich gelohnt. Wir haben eine Gebirgsgruppe, die im Sommer und Herbst sehr überlaufen ist, nur mit sehr wenigen anderen Wanderern teilen müssen, oftmals haben wir über Stunden niemanden getroffen. Zum Glück waren alle Wege bis auf den Zustieg zur Grasleitenpasshütte gut machbar, hier kann man so früh im Jahr locker-lässig auf 2.600 m herumkraxeln,während am Alpen-Nordrand noch die letzten Skitouren gegangen werden.

Bei unserem ersten Besuch in den Dolomiten haben wir eine großartige Landschaft gesehen und bleibende Eindrücke mitgenommen. Die Gegend wird uns wohl wiedersehen...


Mehr Bilder der einzelnen Etappen gibt es bei www.23hq.com oder direkt hier:

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