04.08.2013

Dolomiten 2013

Wie schon letztes Jahr im Tourenbericht angekündigt, zieht es uns auch dieses Jahr in die Dolomiten zu einer Hüttentour. In diesem Jahr wollen wir den Rosengarten und die Latemargruppe näher erkunden. Nachdem der Winter viel Schnee mit sich gebracht hat, haben wir unseren Sommerurlaub gut 4 Wochen später als 2012 geplant. Aber Schnee haben wir trotzdem mehr als genug zu sehen bekommen...

Nigerpass - Kölner Hütte (2.337 m) 30.06.2013: Der Zug fällt aus!

"Der ICE 521 von Aschaffenburg nach München fällt heute aus. Wir bitten um Ihr Verständnis."
Nachdem letztes Jahr die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut geklappt hat, soll sich das dieses Jahr also ändern. Nach München zu kommen ist kein Problem, allerdings verpassen wir dort leider den Anschlusszug nach Bozen.
So haben wir fast 2 Stunden Aufenthalt in der bayrischen Landeshauptstadt und nutzen die Zwangspause zu einem Spaziergang über den Stachus zum Marienplatz, wo wir im Park hinter dem Rathaus das erste Vesper des Tages einlegen, bevor wir wieder zum Hauptbahnhof und dem nächsten Zug Richtung Italien aufbrechen. Glücklicherweise bekommen wir auch ohne Reservierung einen Sitzplatz und so verläuft der weitere Verlauf der Zugreise ohne weitere besondere Vorkommnisse.

In Bozen angekommen empfängt uns bestes Wetter und ein Bus in Richtung Nigerpass fährt zum Glück auch noch, so dass wir gegen 16:15 Uhr endlich mit unserer Wanderung beginnen können. Nach einer Wanderung zunächst durch einen schattigen Wald und dann über Almwiesen kommen wir mit einer Verspätung von 2 h auf der Kölner Hütte erschöpft aber noch rechtzeitig zum Abendessen an.
Später können wir noch den Sonnenuntergang von der Hüttenterrasse beobachten, vor allem der Blick auf das Latemargebirge fasziniert uns sehr. Auf der Hütte sind außer uns noch vier weitere Wanderer. Die Übernachtung im Vierbettzimmer zu zweit sorgt für eine erste ruhige Nacht auf über 2.000 m. Der Hüttenurlaub kann beginnen.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Plan: Kölner Hütte (2.337 m) - Antermoiahütte (2.497 m) über Santnerpass Klettersteig Ist: Kölner Hütte (2.337 m) bis nahe zum Santnerpass und zurück bis zur Paolinahütte (2.125 m) 01.07.2013: Der Weg ist versperrt!

7 Uhr Montag morgen - der Wecker klingelt und läutet damit den Start unseres ersten langen Wandertags in den Dolomiten ein. Als Etappenziel haben wir uns heute die Antermoiahütte via Santnerpass Klettersteig vorgenommen. Gegen 8:40 Uhr geht's mit Sack und Pack los. Der Hüttenwirt hat uns vor unserem Abmarsch noch zugerufen, dass auf dem Weg mit viel Schnee zu rechnen sei. Und so ist es leider auch.
Zunächst führt uns der Weg direkt hinter der Hütte in kurzen drahtseilversicherten Passagen auf ein breites Band unterhalb des Baumannkamms. Schon hier auf ca. 2.400 m finden wir eine geschlossene Schneedecke vor. Der Weg in Richtung Santnerpass ist jedoch schon gespurt und so gehen wir weiter in Richtung Klettersteig.

Schon der Einstieg in den Klettersteig gestaltet sich dann aber recht schwierig, denn wir müssen in steilen Schneefeldern Stufen treten. Mit zunehmendem Vorankommen wird der Weg verschneiter und die mit Drahtseil versicherte Route verläuft recht kurz. Der Großteil des Klettersteigs ist wohl unter den Schneemassen begraben. Wir steigen und klettern immer höher bis wir an einer steilen ungesicherten Rinne mit viel Schnee ankommen. Hier müssten wir zunächst ungesichert abklettern und uns auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls in steilem Schnee und Eis hinauf zum Santerpass wühlen.
Die letzten Spuren von Begehungsversuchen auf dem Steig haben schon einige Höhenmeter weiter unten geendet und den jetzt folgenden Abschnitt hat seit den letzten Schneefällen noch niemand begangen. Das Risiko abzustürzen wollen wir nicht eingehen und so entschließen wir uns zur Umkehr.

Damit ist unser Etappenziel natürlich nicht mehr zu halten. Auch der Abstieg zurück über den Klettersteig wird noch einmal an einigen Stellen spannend und nimmt viel Zeit in Anspruch. Nachdem wir den Steig hinter uns gelassen haben, geht es wieder über die Schneefelder zurück zur Kölner Hütte und weiter auf dem Höhenweg zur Paolinahütte, um dort hoffentlich für eine Nacht unterzukommen.
Kurz vor 17 Uhr kommen wir bei der kleinen Hütte unterhalb der Rotwand an und glücklicherweise ist für uns noch ein Bett frei. Außer uns sind nur noch drei weitere Gäste da, so dass der Hüttenabend geruhsam und ruhig verläuft, vor allem nachdem der stets gut gelaunte Hüttenwirt uns den Schlüssel zur Hütte überlässt, um selbst für die Nacht ins Tal abzusteigen.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Paolinahütte (2.125 m) - Vajolethütte (2.243 m) 02.07.2013: Auf dem Höhenweg

Nachdem der letzte Tag ungeplant verlief wollen wir nun die weiteren Tourentage wieder planmäßig auf den gebuchten Hütten verbringen. Kurz vor 9 Uhr brechen wir von der Paolinahütte zur Vajolethütte auf und steigen in wenigen Minuten zum Christomannos Denkmal auf. Hierbei handelt es sich um einen 2,70 m hohen Bronzeadler, der auf einem Felsvorsprung thront und die Bergwelt der Dolomiten bewacht. Nach einer Fotopause führt uns der Weg weiter hinauf zur Rotwandhütte und danach über einen wunderschönen Höhenweg, den Schafssteig.
Nur auf der Nordseite, nachdem wir den Sofion Pass überschritten haben, müssen wir einige kurze Schneefelder durchqueren, was uns nach dem Tag gestern wie ein Spaziergang vorkommt. In der Ferne sieht man schon unser Tagesziel und auch der noch total verschneite Kesselkogel und die Vajolettürme zeigen sich mit ihren steilen Felswänden.

Als wir an der Hütte ankommen ziehen alsbald Wolken und ein frischer Wind auf, welche uns von einem entspannten Ausruhen auf der Hüttenwiese abhalten. Kurze Zeit später regnet und hagelt es ziemlich heftig, wer jetzt noch nicht an seinem Etappenziel angekommen ist, hat wenig Spaß.
Die Vajolethütte - wie auch die benachbarte kleinere Preuss-Hütte - liegt an einem sehr schönen Platz inmitten des Rosengartens und zieht aufgrund der zentralen Lage viele Wanderer an. Auch wenn wir froh sind trocken angekommen zu sein, so lädt die Hütte im Inneren eher weniger zum Verweilen ein: Die Zimmer sind klein und dunkel, der Gastraum wenig geheizt und die Gastfreundschaft eher verhalten. Zumindest das Essen ist gut und reichlich, so dass wir ordentlich gestärkt ins Bett gehen. Die Nacht verläuft dann aber eher unruhig und wir sind froh dass es schon um 7:15 Uhr Frühstück gibt und wir wieder weiterziehen können.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Vajolethütte (2.243 m) - Rotwandhütte (2.283 m)03.07.2013: Very British!

Zügig brechen wir heute auf, auch wenn unser Etappenziel, die Rotwandhütte, nicht allzuweit entfernt liegt. Zunächst geht es auf dem Fahrweg hinab nach Gardeccia und dann führt uns der Fassaner Höhenweg in Richtung Rotwandhütte. Auf der Almwiese unterhalb der Hütte sehen wir einige Murmeltiere und machen schon früh am Tag eine kleine Pause im Gras.
Unser Ziel erreichen wir dann trotzdem schon kurz vor 12:00 Uhr. Nach dem Beziehen der Zimmer und Aufwärmen in der gemütlichen Hütte schauen wir uns trotz dem etwas durchwachsenen und bewölkten Wetter die Umgebung noch ein wenig näher an.
Noch ein kurzer Abstecher zu den beiden Klettersteigen (Majaré und Rotwandklettersteig) und auf die beiden kleinen Gipfel bei der Hütte und dann nichts wie rein ins Warme.

Am Nachmittag taucht dann mit viel Getöse ein Transporthubschrauber auf, der in einigen Flügen Brennholz auf die Rotwandhütte und zur benachbarten Baita M. Pederiva bringt.
Zum Abendessen gesellen sich 5 Briten an unseren Tisch. Das gibt einen very British Abend with lots of humour. Und nebenbei haben wir auch noch ein neues Kartenspiel (The old maid) gelernt, was in der großen Runde für viele Lacher sorgt.
Die Truppe will am nächsten Tag dann den Santnerpass Klettersteigteig begehen, an dem wir vor 3 Tagen gescheitert sind. Ob sie es dann letzendlich geschafft haben? Wir tauschen noch ein paar Tipps aus, welche Gegenden man sich in den Alpen unbedingt anschauen sollte, bevor die Jungs sich ins Bettenlager verabschieden.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Rotwandhütte (2.283 m) - Latemarhütte (2.671 m) 04.07.2013: Ein langer Weg

Heute haben wir uns als letztes großes Ziel die Latemarhütte vorgenommen. Um dort hin zu gelangen, heißt es erst mal zum Karrerpass bis auf ca. 1745 m abzusteigen, um dann wieder die verlorenen Höhenmeter und noch ein wenig mehr aufzusteigen. Heute scheint die Sonne und schon beim bergab laufen spüren wir die Hitze.
Als wir uns an den Aufstieg machen, kämpfen wir uns erst durch einen kleinen Pfad im Grünen, der an einigen Stellen ziemlich zugewachsen ist. Offensichtlich wird dieser Weg nicht allzu oft begangen. Langsam lassen wir die Baumgrenze hinter uns und steigen immer weiter auf einem Bergpfad, bis wir endlich die Scharte erreichen. Nach einer kurzen Pause gilt es nochmals einige Höhenmeter zu bezwingen, bis wir den Höhenweg erreichen.

Leider verläuft dieser nicht eben, sondern in stetigem Auf und Ab. Das Geröll sowie die vielen Schneefelder, mit denen wir nicht in der Häufigkeit gerechnet haben, sorgen für einen sehr alpinen Charakter des Wegs und wir kommen nur langsam voran.
Bei den verschneiten Verhältnissen verpassen wir den Abzweig zur Latemarhütte und stehen kurze Zeit später auf der Latemarspitze (2.791 m).
Das Wetter hat sich nun deutlich verschlechtert. Nebel und Wolken ziehen auf und es fängt an zu regnen. Die orangefarbene Biwakschachtel können wir schon vom Gipfel aus sehen, nicht aber den Weg der uns hinunterführt. Wir irren im Nebel umher und finden dann glücklicherweise doch noch eine Markierung nach unten.

Mittlerweile regnet es immer stärker. Endlich sind wir an der Biwakschachtel angekommen, um dann feststellen zu müssen, dass wir zu hoch gestiegen sind. Der Weg zur Latemarhütte verläuft weiter unten. 2 h Gehzeit zur Hütte sind hier angeschrieben. Der Weg scheint uns nun besser markiert zu sein und ist jetzt auch wesentlich weniger alpin als zuvor.
Wir kommen schneller voran, auch wenn wir weiterhin zahlreiche Schneefelder durchqueren müssen. Gegen Ende stapfen wir nur noch durch den Schnee und meistern auch irgendwie den letzten Anstieg zur Hütte. Dort angekommen heißt es erstmal raus aus den nassen Klamotten und rein in die Gaststube zum Aufwärmen. Heute sind wir insgesamt zu viert und lassen unseren letzten Abend in den Bergen bei einem herrlichen Panoramablick entspannt ausklingen.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Latemarhütte (2.671 m) - Obereggen 05.07.2013: Zurück nach AB!

Frische Brötchen zum Frühstück! Ein absolutes Highlight. Die kleinste Hütte auf der Tour hat uns mehr als positiv überrascht und unsere Erwartungen bei weitem übertroffen. Um wieder zum Ausgangspunkt nach Bozen zurückzukehren, wollen wir den Bus von Obereggen um 10:41 Uhr nehmen. Wir steigen zügig ab und lassen uns leider von den Schildern fehlleiten. Kurze Zeit später steht fest: wir müssen ein Stück zurück.
Den Bus um kurz vor 11 Uhr werden wir nicht mehr erreichen, alternativ können wir auch um 12:41 Uhr zurückfahren. Der Bus kommt pünktlich und bringt uns auf zahlreichen Serpentinen zurück nach Bozen. Nachdem uns im letzten Jahr die Riesenbrezeln in Bozen so gut geschmeckt haben, decken wir uns mit 2 Riesenbrezeln für die Rückfahrt ein. Und auch auf die Bahn ist dieses Mal mehr Verlass: die Bahnfahrt verläuft wie geplant und um 21:33 Uhr sind wir wieder zurück in AB.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.


Fazit

Dieses Jahr waren die von uns besuchten Hütten in ihrer Ausstattung sehr ähnlich: modere Sanitäranlagen, Kaltwasser im Waschraum (mit Ausnahme der Paolinahütte, da gab es auch warmes Wasser zum Waschen), keine Stromstecker im Zimmer (bis auf die Rotwandhütte), Duschmöglichkeiten überall vorhanden. Insgesamt ging es dieses Jahr spartanischer zu - Doppelzimmer mit Dusche und WC wie 2012 auf der Plattkofelhütte sind und bleiben einfach die Ausnahme. Trotzdem oder gerade deswegen war der Hüttenurlaub wieder was Besonderes. Die Hütten gehörten fast alle dem Alpenverein an.

Das Essen war überall gut und reichlich. Nachdem wir 2013 mehr im italienischen Teil der Dolomiten unterwegs waren, kamen wir auch sehr häufig in den Genuss von Polenta.

Von der Ausrüstung und den Klamotten waren wir auf jedes Wetter eingestellt, aber dass doch noch so viel Schnee lag, das hätten wir nicht erwartet und schon gar nicht, dass uns im Juli ein Schneefeld unsere Tagespläne durchkreuzt.

Und erstaunlich aber wahr: auch Anfang Juli hält sich die Masse an Wanderern in den Dolomiten in Grenzen. Teilweise sind wir stundenlang ohne einer Menschenseele zu begegnen gewandert. Der Hüttenurlaub in den Dolomiten für 2013 ist zwar vorbei, eine Vielzahl von Erlebnissen und Eindrücken werden uns sicherlich in Erinnerung bleiben. Schon allein wegen der vielen tollen Fotos!


Mehr Bilder der einzelnen Etappen gibt es bei www.23hq.com oder direkt hier:

Bitte den Hinweis zu unseren Tourenberichten beachten!


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