20.06.2007

Hammerspitze (Schüsser) (2170 m) / Allgäuer Alpen

Heute geht es bei bestem Wetter wieder ins Kleinwalsertal, diesmal aber nicht bis ganz zum Ende sondern nach Schwendle an den Beginn des Wildentals. Um 9:00 Uhr früh stellen wir auf dem wie immer gebührenpflichtigen Parkplatz unser Auto ab und machen uns immer dem Wildenbach folgend auf den Weg. Bereits um 9:20 Uhr erreichen wir die untere Wiesalpe und folgen dem Forstweg weiter bis zur Fluchtalpe, wo wir um 9:50 Uhr eintreffen und am bzw. im Bach kurz rasten.

Unser heutiges Panorama besteht aus den Schafalpenköpfen, die vor uns liegen, und dem Elfer- und Zwölferkopf zu unserer Rechten sowie den Hammerspitzen halblinks. Nach der Fluchtalpe schlagen wir den linken Weg in Richtung Fiderepass ein, der jetzt als schmaler Pfad steil hinaufführt. Bei der schon am frühen Morgen kräftigen Sonneneinstrahlung ein schweißtreibendes Unterfangen. Jeder Baum, der beim kurzen Verschnaufen Schatten bietet, ist uns willkommen und einen solchen Moment nutzen wir auch zum Blick zurück hinab zur Fluchtalpe.

Um 10:50 Uhr kommen wir schließlich an der Abzweigung des Weges an und gehen nicht weiter zur Fiderepasshütte sondern nach links in Richtung Wannenalpe. Bei der Gelegenheit drehen wir uns noch einmal um und blicken wir auf das Walmendinger Horn, den Hohen Ifen und das Gottesackergebiet.

Dort kommen wir schließlich um 11:30 an und machen im Schatten der verfallenen Hütte unsere Mittagspause. Als wir hier sitzen, gesellt sich noch ein älteres Ehepaar zu uns, das von der Kanzelwandbahn aus die Hammerspitze überschritten hat. Der Mann, ein selbsternannter Kenner der Kleinwalsertaler Berge, erklärt uns das Bergpanorama, wobei sich allerdings einige Fehler einschleichen. Ich lasse ihn reden und konzentriere mich lieber auf mein Vesper, während ich zu den Schafalpenköpfen hinüberblicke.

Um 11:55 Uhr gehen wir weiter und starten den Anstieg zur Hammerspitze, wie sie in Österreich heißt, bzw. Zum Schüsser, wie der Berg in Deutschland genannt wird. Die Strecke ist mit einer Stunde Gehzeit ausgeschildert, wir stehen allerdings schon nach 50 Minuten auf dem Gipfel neben dem Kreuz und haben ab jetzt unter anderem den Blick ins Tal nach Oberstdorf.

Der Weg hat sich auf jeden Fall gelohnt, im Norden sehen wir das Kanzelwandgebiet und dahinter den Fellhornzug, auf dem wir im letzten Jahr gewandert sind. Geradeaus sehen wir in der Ferne das Nebelhorn und die Höfats, halbrechts der Allgäuer Hauptkamm mit Trettachspitze, Mädelegabel, Hochfrottspitze und im Hintergrund das Hohe Licht, alles Gipfel, die wir zuvor noch nicht aus dieser Nähe gesehen haben.

Rechts von uns geht ein schmaler Pfad auf dem Kamm zu Hochgehrenspitze und Schüsser (deutsch Hammerspitzen).

Auch auf dem Gipfel der Hammerspitze werden wir wieder exzessiv von Fliegen und anderem Ungetier belagert, so dass wir unseren Apfel schnell verdrücken und auf eine längere Rast verzichten. Um 13:05 Uhr geht es auch dem gleichen Weg bergab und 40 Minuten später sind wir wieder an der Wannenalpe, wo wir jetzt den rechten Weg in Richtung Innere Kuhgehrenalpe einschlagen.

Dort kommen wir gegen 14:20 Uhr mit doch jetzt schon etwas müden Beinen an und laufen gleich weiter bergab linksherum einen Bogen schlagend auf einem jetzt wieder teilweise bewaldeten Pfad zurück ins Wildental. Um 15:00 Uhr treten wir auf der Weide bei der Inneren Wiesalpe aus dem Wald und treffen wieder auf den Forstweg, der uns am Morgen zur Fluchtalpe geführt hat. Wir halten uns jetzt natürlich bergab und geben noch einmal richtig Gas, so dass wir um Punkt 15:30 Uhr wieder am Auto stehen und aus unseren heißen Wanderschuhen steigen können.

Als wir dort ankommen, macht sich gerade eine Wanderin auf den Weg zur Fiderepasshütte. Keine gute Idee, denn heute wird der lange angekündigte Wetterumschwung wirklich eintreffen und zwei Stunden später wird es ordentlich gewittern. Uns ist das jetzt egal, wir blicken auf vier erfolgreiche Oberstdorf-Touren zurück und lassen es uns zum zweiten Mal beim Italiener in Oberstdorf schmecken.

Auf unserer Tour haben wir heute in insgesamt 6:30 h und 5:45 h reiner Gehzeit eine Strecke von 11,7 km mit einem Aufstieg von 1254 m und einem Abstieg von 1254 m bewältigt.

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