24.08.2009

Igelskopf (2224 m) / Mieminger Kette

Wolkenloser Himmel am zweiten Urlaubstag, genau das richtige Wetter, um in etwas einsamere Gebiete des Mieminger Gebirges einzutauchen. Natürlich gibt es die Einsamkeit nicht ohne Preis, denn um zu unserem heutigen Ziel dem Igelskopf zu kommen starten wir um 8:10 Uhr an der Talstation der Ehrwalder Almbahn und somit mitten im Trubel. Beim Loslaufen sehen wir im Rückblick die Talstation und in der Ferne das gestrige Ziel, Grubigstein und Gartner Wand.

Zunächst nehmen wir den Fahrweg hinauf zur Ehrwalder Alm und werden von Zeit zu Zeit von einem Mountain-Biker überholt. Wir gewinnen bald an Höhe und als sich der Wald ein wenig lichtet sehen wir schon unser heutiges Ziel.

Bis zum Gipfel ist es aber noch ein weiter Weg, wir erreichen zunächst um 9:05 Uhr die Ehrwalder Alm. Auch zu früher Stunde sind hier schon einige Leute unterwegs und wir gehen gleich weiter auf dem breiten Forstweg, der Richtung Seebenalm führt. Nach ungefähr einer halben Stunde verlassen wir den Weg und steigen durch eine Lichtung hinab zum ausgetrockneten Igelsee.

Ab hier werden wir für eine ganze Weile keine Menschenseele mehr zu Gesicht bekommen. Das liegt nicht unbedingt nur daran, dass wir uns auf dem jetzt anstehenden Anstieg ins Igelskar erst einmal eine Viertelstunde in dichtem Latschengestrüpp herumschlagen. Vom See aus waren wir Pfadspuren gefolgt, die irgendwann im Nichts endeten und erst nach einer langen weglosen Querung nach Osten finden wir den Weg wieder.
Bevor wir weiter aufsteigen machen wir erst einmal im Schatten eine kurze Pause und kommen schließlich um 11:05 Uhr im Igelskar an. Hier schrecken wir gleich 2 Gämsen auf, die in die Ostflanke des Igelkopfs fliehen.

Vom Rand des Igelskars hat man einen freien Blick hinüber zum Wetterstein und zum Gatterl, dem Übergang zum Zugspitzplatt.

Innerhalb der nächsten halben Stunde wandern wir hinauf in die Igelsscharte, von hier aus geht es dann weglos weiter Richtung Igelskopf. Der Weg ist jetzt in steilem Geröll recht beschwerlich und die aufkommende Mittagshitze tut ihr übriges, so dass die eine oder andere Verschnaufpause eingelegt werden muss. Beim Aufstieg wird der Blick über das Igelskar immer besser und bald hat man auf der gegenüberliegenden Seite den Breitenkopf komplett im Blick.

Zum Glück ist auch der Gipfel des Igelskopf inzwischen ins Blickfeld gerückt und das Geröllfeld hat ein Ende, denn die letzten Höhenmeter können jetzt auf einem schmalen Pfad durch schrofiges Gelände zurückgelegt werden.

Um 12:10 Uhr stehen wir also auf dem Gipfel und legen eine ordentliche Pause ein, um uns zu stärken und vor allem den einen oder anderen Schluck zu trinken. Der Gipfel erlaubt einen tollen Ausblick, im Westen erheben sich Vorderer und Hinterer Tajakopf über dem Brendlkar.

Im Norden zeigt sich die gewaltige Wettersteinwand und wer genau hinschaut sieht sogar den Gipfelbereich der Zugspitze in der Ferne.

Natürlich sind auch Ehrwald und im Hintergrund die Ammergauer Alpen zu sehen.

Gegen 12:50 Uhr haben wir genug gesehen und machen uns an den Abstieg über die Nordwestschulter des Igelskopfs.

Hier geht es zunächst auf dem Grat bergab, bis man an einem Latschenfeld die Richtung wechselt und nach Süden quert, um in einem Geröllfeld ins Brendlkar abzufahren. Im Brendlkar angelangt treffen wir auf eine Schafherde, die sich die besten Grasflecken heraussucht und sich von uns nicht weiter stören lässt.

Ich werfe meinen Rucksack ab und ruhe mich noch eine Weile aus, bevor wir das Brendlkar weiter erforschen und eine Gedenkstätte entdecken. Im August 1944 wurde über dem Fernpass ein amerikanischer Bomber abgeschossen und stürzte ins Brendlkar. Es liegen noch immer Flugzeugtrümmer herum und eine Gedenktafel erinnert an den Absturz.

Wir machen uns jetzt an den Abstieg Richtung Ehrwalder Alm und gehen am Brendlsee vorbei bergab. Jetzt treffen wir auch zum ersten Mal seit dem Morgen wieder andere Wanderer und nach einer Weile sind wir wieder in belebtem Gebiet an der Unterstandshütte "Ganghofers Rast". Wir begehen jetzt den schattigen Immensteig, der auch von den Regenfällen der vergangenen Tage noch ordentlich matschig ist.

Wir kommen trotzdem recht gut voran und verlieren schnell an Höhe. Um Punkt 16:00 Uhr stehen wir wieder an der Talstation der Ehrwalder Almbahn und haben einen ausgefüllten Bergtag mit einer abwechlungsreichen Rundtour hinter uns.

Auf unserer Tour haben wir heute in insgesamt 7:50 h und 6:40 h reiner Gehzeit eine Strecke von 16,3 km mit einem Aufstieg von ca. 1651 m und einem Abstieg von ca. 1651 m bewältigt.

Den Track zur Tour gibt es bei www.wandermap.net, mehr Bilder gibt es bei www.23hq.com oder direkt hier:

Bitte den Hinweis zu unseren Tourenberichten beachten!


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