29.06.2008

Karhorn-Klettersteig mit Karhorn (2416 m) und Warther Horn (2256 m) / Lechquellengebirge

Was vor zwei Tagen noch nicht klappen wollte soll uns heute gelingen, nämlich die Begehung des Karhorn-Klettersteigs von Warth aus. Da wir heute auf jeden Fall flexibel sein wollen, wählen wir zur Anfahrt dieses Mal das eigene Auto, damit wir notfalls noch schnell zu einem alternativen Ziel aufbrechen können.

Das ist aber glücklicherweise nicht notwendig, denn das Wetter spielt mit und die Steffisalpbahn wird heute ihre Pforten für uns öffnen. Doch nicht nur für uns, schon an der Talstation wird klar, dass wir uns für den Steig besser keinen Sonntag hätten aussuchen sollen. Vor uns stehen mehrere Gruppen an, die ebenfalls ihre Klettersteig-Ausrüstung dabei haben. Wir lassen uns nicht abhalten und steigen um 9:05 Uhr in den Sessellift, der uns um 9:20 Uhr zur Bergstation bringt. Wir beginnen mit dem Weg bergan und bald blicken wir in Richtung Allgäuer Alpen auf den mächtigen Widderstein.

Beim weiteren Aufstieg in Richtung zum Sattel zwischen Warther Horn und Karhorn merken wir, dass wir uns heute zum ersten Mal im Urlaub auf einer Nordseite befinden, denn hier ist die Schneeschmelze noch im vollen Gange. Unterbrochen von Restschneefeldern sind die Wege nass und matschig und bald sehen unsere Schuhe aus wie Sau. Bald passieren wir eine kleine Felsnadel, das Warther Hörnli.

Da wir zügig voran kommen übernehmen wir rasch die Führung unter allen, die zum Karhorn-Klettersteig wollen und sind als erste am Einstieg. Jetzt überlegen wir uns, was uns lieber ist: Als erste mit allen anderen im Rücken den Weg antreten und den Atem der Nachfolgenden zu spüren, oder gemütlich als letzte Einsteigen und den Klettersteig ohne Hast begehen. Wir entschließen uns für letzteres und machen deshalb jetzt noch einen Abstecher auf das Warther Horn, das wir um 10:15 Uhr erreichen und uns als Rastplatz dient.

Nach einer Viertelstunde brechen wir wieder auf, um nachzusehen, ob sich inzwischen alle auf den Steig begeben haben, müssen jedoch erkennen, dass noch immer eine lange Warteschlange besteht. So machen wir noch eine weitere Pause und werfen schon einmal einen Blick über den Südsporn, der uns zum Gipfel führen soll.

Um 11:00 Uhr geht es schließlich auch für uns los und wir begeben uns auf den Steig. Bald schon realisieren wir, dass wir nicht genügend Abstand zu unseren Vorausgehern gelassen haben, denn die haben wir in kurzer Zeit eingeholt. Wir passen uns also der Geschwindigkeit an und folgen dem Steig Richtung Gipfel, den wir um 12:30 Uhr erreichen. Der Steig selbst hat uns nicht so gut gefallen wie wir es erhofft hatten, er führt durch brüchiges Gestein ohne nennenswerte Höhepunkte in fast gerader Linie zum Gipfel. An einigen Stellen ist sogar schon das Stahlseil aus dem Fels ausgerissen. Auf dem Gipfel ist jetzt einiges los und wir machen uns nach 20 Minuten Pause auf den Abstieg, nicht ohne noch einen Blick in die Lechtaler Alpen in Richtung Höllenspitze geworfen zu haben.

Beim weiteren Abstieg bietet sich uns auf der Westseite des Karhorns noch ein toller Blick zu Biberkopf und Ellbogner Spitze.

Um Punkt 14:00 Uhr sind wir wieder an der Bahn, die uns sicher hinab nach Warth bringt. Dort gönnen wir uns im Wellness-Hotel noch ein Spezi bzw. eine Apfelsaftschorle, bevor wir zurück nach Holzgau fahren.

Auf unserer Tour haben wir heute in insgesamt 4:40 h und 3:30 h reiner Gehzeit eine Strecke von 5,0 km mit einem Aufstieg von 734 m und einem Abstieg von 734 m bewältigt.

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