11.05.2014

Mainwanderweg 2008 - 2014

Wer hätte gedacht, dass die Idee einfach mal von zu Hause loszulaufen und zu sehen wie weit man bei dieser Gelegenheit kommt, damit enden würde, den Main in seiner kompletten Länge entlangzuwandern?

Auf jeden Fall ist es am Ende tatsächlich dazu gekommen. Gestartet im Jahr 2008 mit einem Gewaltmarsch von Aschaffenburg nach Miltenberg sind Stück für Stück weitere Abschnitte dazu gekommen, so dass jetzt Anfang Mai 2014 mit der Ankunft an der Weissmainquelle am Ochsenkopf im Fichtelgebirge und dem Abstieg nach Bayreuth eine beachtliche Strecke von 583,92 km zusammengekommen ist:



Mehr Statistik gefällig? Auf insgesamt 21 Einzeletappen kam eine Höhendifferenz von 933 m zusammen, der tiefste Punkt bei der Mündung in den Rhein bei Mainz-Kostheim und der höchste Punkt auf dem Ochsenkopf im Fichtelgebirge. Der Gesamtanstieg lag bei 8922 m und der Gesamtabstieg bei 8655 m.

Im Jahr 2008 passierte bis auf die Startetappe nach Miltenberg nichts mehr, das Jahr 2009 war dann mit 11 Teilstrecken das "fleissigste" Jahr, dafür war dann aber auch in den Jahren 2010 und 2011 eine komplette Pause des Projektes angesagt, andere Outdooraktivitäten standen im Vordergrund. Im Jahr 2012 mit einer Strecke und 2013 mit 3 Etappen ging der Endspurt langsam los, um im ersten Halbjahr 2014 mit den noch fehlenden 5 Wanderungen seinen Abschluss zu finden.

Die Strecke führte oft über den mit dem blauen M auf weißem Grund gekennzeichneten Mainwanderweg, teilweise aber auch auf eigenen Wegen um den Main nicht aus den Augen zu verlieren. Vor Allem zwischen Volkach und Eltmann haben wir uns nicht am M orientiert, der hier durch den Steigerwald führt, sondern sind direkt dem Main über Schweinfurt und Hassfurt gewandert.

Doch dazu später mehr, schauen wir uns erst einmal an, wie alles begann. Einige der Berichte sind schon in den vergangenen Jahren einzeln veröffentlicht worden, hier kommt nun die komplette Zusammenfassung.

Aschaffenburg - Miltenberg am 02.03.2008 : Wie alles begann

Ein verregneter Sonntag Anfang März 2008 und die Frage wie weit man eigentlich zu Fuß an einem Tag laufen kann, machen den Anfang zum Abenteuer Mainwanderweg. Los geht es also morgens um 7:50 Uhr in der Aschaffenburger Innenstadt mit dem Vorhaben, so lange in Richtung Miltenberg am Main entlang zu laufen bis die Beine nicht mehr wollen, um dann an der nächsten Bahnstation den Zug zurück zu nehmen.
Durch Schweinheim und den Wald beim ehemaligen Truppenübungsplatz geht es also nach Sulzbach und hier kommt auch der Main ins Blickfeld. Erster Nieselregen kann mich nicht aufhalten und auch die Beine spielen mit, so dass es weiter nach Kleinwallstadt und Elsenfeld geht. In Erlenbach am Bahnhof setzt dann strömender Regen ein, so dass im Unterstand am Bahnhof eine längere Pause fällig wird.

Die Regenjacke hält dicht, die Trekkinghose lässt die Regentropfen auch größtenteils abtropfen, also geht es weiter. Bis zur Mainbrücke klart es dann sogar ein wenig auf und spätestens auf der anderen Mainseite in Wörth ist das schlechte Wetter vorbei.
Am Mainufer dort sieht man, dass der Main noch etwas Hochwasser führt, der Radweg ist nur ganz knapp nicht überschwemmt. Inzwischen ist die 30 km Marke überschritten und spätestens in Trennfurt werden die Beine müder.
Es stellt sich jetzt also die Frage, ob der nächste Bahnhof in Laudenbach heute die Endstation darstellen soll. Aber Nein, auf die Zähne beißen und weiter geht's, auch Kleinheubach bleibt rechts liegen und so kommt Miltenberg immer näher.

Jetzt gilt es jeden Meter zu sparen und so wird der Ortseingang auf einem Schleichweg entlang den Bahngleisen und durch Schrebergärten erreicht. An der Hauptstraße entlang kommt man zur Innenstadt und so langsam wollen die Füße nicht mehr, die Knie tun weh und so werden die letzten Meter über die mainbrücke zum Bahnhof noch eine echte Herausforderung.
Um 15:30 Uhr schließlich ist der Bahnhof nach fast 42 Kilometern erreicht und jetzt heißt es nur noch die Treppen in den Zug zu überwinden. Die Zugfahrt gibt gerade genug Energie zurück, um die Meter vom Bahnhof nach Hause zu schleichen. Der nächste Tag im Büro ist kein Spaß, ich habe das Büro nicht verlassen und alle Strecken rollend auf dem Bürostuhl zurückgelegt. Trotz der Nachwirkungen bleibt eine positive Erinnerung, eine anspruchsvolle Herausforderung gemeistert zu haben und der Grundstein für das Mainwanderweg-Projekt ist gelegt.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.

Aschaffenburg - Hanau am 14.02.2009: Schneewanderung

Nach fast einem Jahr Pause geht es weiter am Main entlang, dieses Mal in die entgegengesetzte Richtung. Noch läuft die Tour unter dem Titel "Winterwanderung", die Idee, den kompletten Main zu erwandern, ist noch immer nicht geboren.
Nach ordentlichem Neuschnee in der Nacht von Freitag auf Samstag durften es heute in vormittags noch herrlicher Winterlandschaft mal wieder ein paar Kilometer mehr sein. Wir sind um 9:00 Uhr früh in Aschaffenburg aufgebrochen, um ein wenig durch den Schnee zu stapfen.Schon am Main beim Schloss erfreut uns die ungewohnte winterliche Stimmung. Wir folgen dem Mainradweg weiter vorbei an den Schrebergärten und biegen dann in Richtung Mainaschaff ab.

Wir durchqueren den Ort bis wir die B8 unter- und die Bahnlinie überqueren können. Vorbei am Kapellenberg unterqueren wir jetzt auch die A3 und nähern uns Kleinostheim auf dem zur Umfahrung von Staus auf der B4/A3 bekannten Schleichweg. Richtung Steinbach sehen wir eine tolle Winterlandschaft bei bestem Wetter. Weiter geht es durch Kleinostheim und auf den Forstweg zum Schluchthof an der Rückersbacher Schlucht. Jetzt biegen wir Richtung Waldstadt ab und folgen an der nächsten Kurve dem Waldweg nach Dettingen. Hier kommen wir bald an den Tennisplätzen an und gehen weiter an der Bahnlinie entlang bis zum Bolzplatz am Bahnhof, wo wir um 11:40 Uhr unsere Mittagspause machen.

20 Minuten später geht es weiter und wir folgen wieder der Bahnstrecke bis nach Kahl. Der Schnee wird jetzt immer weniger als wir Kahl durchquert haben und am ehemaligen Festplatz den Weg zum Großkrotzenburger See einschlagen. Diesen passieren wir und kommen zum Großkrotzenburger Bahnhof. Da wir noch Puste haben, gehen wir weiter auf einem matschigen Waldweg Richtung Großauheim. Im Wald suchen wir uns eine sonnige Bank und machen erneut eine kleine Vesperpause, bevor in Großauheim ankommen und schließlich um 15:10 Uhr nach 28,5 km unser Tagesziel mit dem Hanauer Hauptbahnhof erreichen.
Dank der Deutschen Bahn geht es zurück nach Aschaffenburg und die zweite Etappe ist geschafft.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.

Miltenberg - Wertheim am 10.04.2009: Auf und Ab über dem Maintal

Der Wunsch wieder eine längere Wanderung zu machen endet mit der Planung, das Maintal von Miltenberg bis Wertheim zu erkunden.
Um 8:45 Uhr steigen wir in Aschaffenburg Süd in den Zug nach Miltenberg, wo wir um kurz nach halb 10 eintreffen und uns auf den Weg machen. Bereits nach wenigen Meter stehen wir auf der Mainbrücke und können einen Blick auf die Altstadt von Miltenberg werfen. Weiter geht es zunächst zum Südufer des Mains und einige Meter an der Hauptstraße entlang, bis wir in eine Nebenstraße Richtung Bürgstadt einbiegen. Dort kommen wir nach kurzer Zeit an und folgen der Miltenberger Straße bis zum Ortszentrum, um uns dann durch Wohngebiete zum nordöstlichen Ortsende durchzuschlagen.

Hier treffen wir auf den mit blauem M auf weißen Grund gekennzeichneten Mainwanderweg und folgen ihm in den Wald. Es geht jetzt mäßig bergauf und nach kurzer Zeit kommen wir an einem Aussichtspunkt an, der uns noch einmal einen Blick zurück nach Miltenberg erlaubt. Es geht weiter durch den Wald bis wir gegen 11:00 Uhr durch die Bäume schon die Schlossruine Freudenberg in geringer Entfernung erblicken können.
Nach einer Kehre bringt uns der Forstweg schließlich zur Ruine, wo wir eine kurze Pause im Schatten machen. Im Anschluss führen uns die Treppen des Schlossbergs hinab nach Freudenstadt, wo der Weg jetzt ein Stück den Main entlang führt.

Wir verlassen den Ort am "Rauch Zoo", wo wir noch einen kurzen Blick in die Gehege am Wegesrand auf Maras und Esel werfen, bevor der Mainwanderweg wieder bergauf in den Wald führt. Um 12:55 Uhr lassen wir uns im Wald oberhalb von Boxtal auf einem Baumstamm nieder und machen unsere Mittagspause. Weiter geht es um 13:20 Uhr und nach einer Weile eröffnet sich uns wieder der Blick ins Maintal Richtung Stadtprozelten und Mondfeld.
Wir steigen jetzt nach Boxtal hinab und nachdem wir den Ort durchquert haben geht es gegen 13:50 Uhr auf der anderen Seite wieder bergauf in den Wald. Der Weg schlängelt sich weiter oberhalb des Maintals in ständigem Auf und Ab und von Zeit zu Zeit legen wir kurze Trinkpausen ein. Wir streifen die kleine Ortschaft Grünenwört und nehmen oberhalb von Bestenheid die letzte Steigung in Angriff.

Auf der Anhöhe vor Wertheim verlassen wir den Mainwanderweg und schlagen den direkten Weg Richtung Wertheim ein. Wir passieren einen Reiterhof und biegen auf einen schmalen Pfad ein, der hinab in die Stadt führt. Als wir unser Ziel schon vor Augen haben, machen wir um 17:15 Uhr noch einmal eine kurze Verschnaufpause. Um 17:30 Uhr geht es weiter und wir erreichen bald das Stadtgebiet, wobei die Burg Wertheim immer näher rückt. Um 17:45 Uhr haben wir schließlich unser Ziel erreicht und kehren in einem Biergarten an der Tauber zum Abendessen ein. Nach dem Essen geht es zurück zum Bahnhof und wir steigen in den Zug, der uns zunächst entlang der zurückgelegten Strecke nach Miltenberg und dann weiter nach Aschaffenburg bringt.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.

Wertheim - Lohr am 31.05.2009: Wieder mehr als 40 km

Jetzt ist es raus: Der Mainwanderweg! Wollen wir doch mal sehen, ob man diesen Fluss nicht komplett erwandern kann, nachdem ja schon 3 schöne Strecken und eine beachtliche Anzahl an Kilometern abgehakt sind.
Los geht es schon in aller Frühe, da die Anreise bis Wertheim mit dem Zug geplant ist und der Fahrplan feiertags nicht allzuviele Möglichkeiten bietet. So geht schon um 6:10 Uhr der Wecker und ich schlurfe bald die wenigen Meter bis zum Bahnhof Aschaffenburg Süd.
Der Zug nimmt mich pünktlich um kurz vor sieben Uhr auf und die Fahrt kann beginnen. Dachte ich noch vor Fahrtantritt ich könnte vielleicht noch eine Runde schlafen, um noch ein wenig Energie zu tanken, muss ich leider jetzt feststellen, dass dies heute wohl nicht möglich sein wird.

Zunächst hält mich ein weiterer Fahrgast wach, der es auf dem Heimweg vom Vorabend mit reichlich Restalkohol für eine gute Idee hält, ohne Fahrschein zu fahren. Die Schaffnerin ist anderer Meinung und so muss erst mal die Lage geklärt und die fällige Strafe kassiert werden. Als weitere Highlights auf der folgenden Fahrt tauchen später noch grölende Fußballfans auf, die zum Relegations-Spiel des 1. FC Nürnberg fahren und eine Family mit Fahrrädern, die mit der Schaffnerin fachsimpelt wie wohl die Räder am besten aufgestellt sind...
Aber irgendwann ist selbst die aufregendste Zugfahrt vorüber und ich springe um 8:25 Uhr in Wertheim aus dem Zug.

Ohne Verzögerung durchquere ich jetzt Wertheim und halte erst auf der Mainbrücke nach Kreuzwertheim kurz inne, um zurück auf die Burg Wertheim zu blicken.
Auf der anderen Mainseite würde der Mainwanderweg jetzt nach links in die Ortschaft führen und einen Bogen an den Hängen des Mains schlagen. Ich entschließe mich aber dazu auf den ersten Metern die direkte Strecke auf dem Radweg am Main entlang nach rechts zu gehen. Nach ca. 2 km vereinigen sich die Wege dann wieder und ich folge von nun an dem altbekannten blauen M auf weißem Grund. Bald biegt der Weg in den Wald ein, es sind ein paar Höhenmeter zu bewältigen und jetzt führt der weitere Weg wie an der Schnur gezogenen gerade durch den südlichen Spessart.

Als ich bei Rettersheim wieder aus dem Wald trete, habe ich schon 7 km zurückgelegt und nach dem Marsch durch das Dorf unterquere ich um 9:50 Uhr die A3, um im Anschluss weiter über die Felder zu marschieren. Jetzt führt der Weg teilweise auch auf schmalen Pfaden durch brusthohes Gras. Oberhalb von Triefenstein geht es dann aber wieder auf ordentlichen Wegen durch den Wald und um 10:30 mache ich eine erste 5-minütige Trinkpause. Weiter geht es bis ich um 11:05 Uhr in Eichenfürst auf eine Teerstraße treffe und mich bald auf dem Weg nach Glasofen auf dem Hügel beim Golfplatz wiederfinde. Während ich weiterlaufe kann ich einigen Golfspielern beim Üben und den Fähnchen auf dem Grün im Wind zuschauen.

Um 11:30 Uhr durchquere ich Glasofen und eine Viertelstunde später lasse ich Marienbrunn hinter mir, um den Hügel zu überwinden, der mich noch vom Hafenlohrtal trennt. Gegen 12:15 Uhr komme ich schließlich in Windheim an und mache auf einer Bank an der Hafenlohr meine Vesperpause. 20 Minuten später rappele ich mich wieder auf und es geht weiter. Das jetzt folgende Wegstück kenne ich schon von einer Mountainbike-Tour durch das Hafenlohrtal aus dem letzten November. Es sind jetzt ca. 100 steile Höhenmeter auf die Anhöhe bei Bergrothenfels zu bewältigen. Als Belohnung für die Anstrengung in der Mittagssonne wartet dann aber auch der Blick auf die Burg Rothenfels auf mich.

Da ich den Weg zur Burg vom Radeln schon kenne, entschließe ich mich, den Mainwanderweg wieder kurz zu verlassen und steige um 13:00 Uhr hinab nach Rothenfels. Hier erwartet mich die Hauptstraße mit der Bayer-Bräu-Brauerei und die historische Altstadt mit sehenswerten Fachwerkhäusern.
Als ich den Ort verlasse, muss ich logischerweise wieder an Höhe gewinnen, um auf den Mainwanderweg zu treffen.
Ich nehme zunächst den gepflasterten Weg hinauf Richtung Burg, halte mich dann aber parallel zum Main geradeaus und bald lacht mich auch wieder das blaue M an. Nach fast 30 Kilometern und einer weiteren kurzen Pause treffe ich dann um 14:15 Uhr in Neustadt am Main ein.

Der jetzt folgende Anstieg wieder hinauf in den Spessart hat es in sich, es sind immerhin 300 Höhenmeter auf ca. 1,5 Kilometern zurückzulegen. Zwischendurch bleibt Zeit, den mit der Höhe interessanter werdenden Blick über das Maintal zu studieren.
So langsam machen sich die Kilometer in den Gelenken bemerkbar und so ist, nachdem ich den Margarethenhof passiert habe, um 15:20 Uhr noch einmal eine kleine Vesperpause fällig. Nach einer Viertelstunde geht es weiter und ich bin froh, als ich um 16:15 Uhr bei Kilometer 37 aus dem Wald trete und endlich Lohr erblicken kann.

Jetzt geht es nur noch bergab und bald komme ich in Lohr an, gehe durch die Altstadt, am Schloss vorbei hinunter zum Main, wo ich auf einer Bank eine letzte ordentliche Pause einlege und dem Treiben am Ufer und den Schiffen zuschaue.
Die letzten Meter zum Bahnhof stellen dann kein größeres Problem mehr dar und als ich auf dem Bahnsteig Platz nehme, habe ich die 40 Kilometer-Marke überschritten. Die Zugfahrt zurück nach AB gestaltet sich wesentlich ereignisloser als noch am frühen Morgen und so komme ich ohne Zwischenfälle zu Hause an, wo ich mich zum Relaxen bald in die Badewanne lege und gegen später erschöpft ins Bett falle.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.

Lohr - Karlstadt am 03.07.2009: Vom Mainviereck zum Maindreieck

Zum Abschluss unseres Sommerurlaubs wollen wir nach den verregneten Tagen in den Alpen noch ein wenig die Sonne sehen und so planen wir eine zweitägige Tour auf dem Mainwanderweg. Als Startpunkt haben wir Lohr ausgewählt und übernachten wollen wir in Karlstadt, um am zweiten Tag dann zu sehen, wie weit wir noch kommen, bevor uns die Deutsche Bahn wieder nach Hause bringen soll. So steigen wir also am Freitag Morgen um 8:15 Uhr am Aschaffenburger Hauptbahnhof in den Zug nach Lohr, wo wir um 8:50 Uhr dann mit der Wandertour beginnen. Als erstes müssen wir jetzt vom Bahnhof zum Main gelangen und den Fluss auf der Neuen Mainbrücke überqueren. Im Stadtteil Lohr-Sendelbach angelangt, treffen wir im Wohngebiet am Waldrand dann auf den Mainwanderweg, der durch den Wald in Richtung Steinbach führt.

Den Ort erreichen wir um 9:35 Uhr und durchqueren ihn, um dann einen Feldweg Richtung Halsbach einzuschlagen. Im Rückblick nach Steinbach zeigt sich keine einzige Wolke am Himmel, ein Glück haben wir die Sonnencreme eingepackt. Glücklicherweise führt der Weg nach ein paar Höhenmetern zur Abwechslung wieder in den Wald und wir freuen uns über den Schatten. Bald schon treten wir jedoch wieder aufs offene Feld und gehen in leichtem Auf und Ab auf Halsbach zu.
In Halsbach kommen wir um 10:30 Uhr an, gehen ohne Pause durch den Ort und folgen der Biegung des Mainwanderwegs nach Norden. Wir laufen jetzt auf einer Nebenstrecke an einem Bachlauf entlang Richtung Main.

Kurz bevor der Mainwanderweg den Main erreicht, macht er laut Karte einen Schlenker nach Osten, um sich in Richtung Hofstetten zu wenden. Diese Abzweigung verpassen wir leider, weil die Markierung entweder fehlt, oder wir sie schlicht und einfach übersehen haben und so stehen wir bald am Ufer des Mains auf dem Mainradweg. Hier bleibt uns nichts anderes übrig, als dem Radweg zu folgen, um nach Hofstetten zu gelangen. Dort kommen wir um 11:40 Uhr an und machen eine erste Pause im Schatten einer Bushaltestelle. Um 12:05 Uhr geht es schließlich weiter, wir treffen wieder auf die Markierung des Mainwanderwegs und marschieren in Richtung Gemünden. Nach Kurzer Zeit kommen wir an der Mainbrücke an und überqueren den Main zum zweiten Mal an diesem Tag. Von der Brücke aus kann man die Stadt sehr gut überblicken.

Um 12:45 Uhr passieren wir dann das Ortsschild und der Weg führt jetzt zunächst zur Ruine der Scherenburg hinauf und dann am Hang oberhalb von Gemünden entlang in Richtung Südosten.
Nach einer kurzen Trinkpause erreichen wir um 14:00 Uhr Adelberg und ruhen uns oberhalb des Orts nochmals für eine Viertelstunde aus. Bald ist Wernfeld erreicht und es folgt der Anstieg in Richtung Gambach. Jetzt können wir zu unserer Linken nach Osten zur Ruine Homburg bei Gössenheim blicken. Es folgt in der Hitze der uns immer länger vorkommende Weg hinein nach Gambach. Dort treffen wir endlich um 15:20 Uhr ein, versorgen uns in einem kleinen Laden noch einmal mit Getränken und legen eine 25-minütige Pause ein.

Es folgt der letzte längere Aufstieg des Tages in die Weinberge oberhalb des Mains. Bald folgen wir einem nur noch schmalen Pfad, der uns dem Kalbenstein immer näher bringt. Jetzt kommt uns die Landschaft bekannt vor, denn wir passieren den Einstieg des Lenz-Steigs und um 16:30 Uhr stehen wir an der Faltes-Hütte des DAV.
Diesen Wegabschnitt kennen wir von unserer Begehung des Lenz-Steigs im November 2007 (Bilder bei www.23hq.com). Heute halten wir uns nicht auf und nach einem kurzen Rückblick zum Edelweiß auf den Kalbenstein wandern wir weiter Richtung Karlstadt. Um 17:15 Uhr erreichen wir dann endlich das Stadtgebiet und pausieren noch einmal für 10 Minuten, bevor wir uns auf die Suche nach unserer Unterkunft machen.

Um 17:40 Uhr haben wir die kleine Pension direkt am Main dann gefunden und können bald erschöpft unter die Dusche springen. Das Abendessen nehmen wir bald darauf beim Italiener ein und lassen den Abend bei lauem Wind am Ufer des Mains ausklingen, bevor wir recht erledigt in unsere Betten fallen.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.

Karlstadt - Veitshöchheim am 04.07.2009: Fast bis nach Würzburg

Der nächste Tag beginnt um 8:00 Uhr mit dem Frühstück und frisch gestärkt geht es um 8:50 Uhr wieder auf die Wanderschaft. Wir überqueren noch in Karlstadt Bahnlinie und Bundesstraße und verlassen die Stadt auf dem Stationsweg. Es geht ein wenig bergauf und bald laufen wir durch ein Waldstück, bis der Weg kerzengerade über die Felder zwischen Karlstadt und Stetten führt.
Bald erreichen wir die Straße nach Stetten und machen um 9:50 Uhr eine kurze Trinkpause. Der Weg biegt jetzt nach Südwesten ab und führt uns in die Weinberge an den Hängen des Mains. In der Ferne können wir die nächste Ortschaft schon erblicken. Bevor wir jedoch Retzbach erreichen, müssen wir noch einen Wald und einen weiteren Weinberg durchqueren, bevor der Weg bergab in den Ortskern führt.

Um 11:10 Uhr finden wir wieder einen kleinen Laden, in dem wir etwas zum Trinken kaufen und 10 Minuten pausieren. Während der Mainwanderweg ab hier in einer Schleife ins Hinterland abbiegt, schlagen wir den direkten Weg in Richtung Thüngersheim auf dem Mainradweg ein. Zu unserer rechten Seite liegt der Main und zu unserer Linken befinden sich Weinberge und stets Abhänge mit interessanten Felsformationen.
Heute begleitet uns schon den ganzen Tag schwüle Luft und als wir zur Mittagszeit gegen 12:00 Uhr in Thüngersheim ankommen, ziehen auch die ersten Wolken auf, die schon einen recht bedrohlichen Charakter haben.

Bei unserer 25-minütigen Vesperpause kommen wir mit ein paar dicken Tropfen noch glimpflich davon, als wir aber weitergehen müssen wir uns noch im Ort bei einem Schauer für 5 Minuten unterstellen. Auf dem Weg in Richtung Veitshöchheim kommen wir jetzt wieder in die Weinberge und haben einen guten Blick über das Maintal. So sehen wir, dass um uns herum Gewitter aufziehen und in der Nähe schon ordentlicher Regen herunterkommt. Noch beiben wir verschont, während wir durch durch die Rebenreihen wandern. Um 13:30 Uhr ist dann allerdings unser Glück aufgebraucht und ein Gewitterschauer erwischt uns mit voller Härte. Wir erreichen noch eine kleine Senke, die vom Regen etwas geschützt ist, und ertragen in unseren Regenklamotten den Schutt, der auf uns niederprasselt.

Nach einer Viertelstunde ist der Spuk vorbei und wir können weiterlaufen. Nach wenigen Metern können wir dann schon nach Veitshöchheim hinabblicken. Es folgt der Abstieg aus den Weinbergen, um 14:00 Uhr sind wir in Veitshöchheim und 25 Minuten später dann auch am Bahnhof angelangt. Da ein Zug in Richtung Aschaffenburg noch eine Weile auf sich warten lässt, besichtigen wir noch den Rokoko-Garten und ruhen uns auf einer schattigen Bank ein wenig aus. Das Wetter hat sich inzwischen wieder beruhigt, der Himmel ist blau und die Luft durch die Gewitter bereinigt. Bald gehen wir die wenigen Meter zurück zum Bahnhof und treten die Heimreise mit der Bahn an. Mit einmal umsteigen sind wir dann auch nach einer Weile zurück in Aschaffenburg und relaxen bald darauf in der Badewanne.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.

Ochsenfurt - Veitshöchheim am 30.10.2009: BayWa Besichtigung und Würzburg

Die nächsten Etappen auf dem Mainwanderweg habe ich der Finanz- und Wirtschaftskrise zu verdanken, für die Monate Oktober bis Dezember sind "freiwillige" arbeitsfreie Tage angeordnet.
Ende Oktober bei spätherbstlichem Wetter soll nun erst einmal die Strecke nach Osten ausgeweitet werden. Um 7:17 Uhr an einem Freitg steige ich in den Zug Richtung Würzburg und habe Glück, dass die Schaffnerin mich mit dem Bayernticket gewähren lässt, obwohl es wochentags eigentlich erst ab 9:00 Uhr gilt. Glück gehabt, beim Umsteigen in Würzburg löse ich dann lieber noch ein Einzelticket für die restliche kurze Strecke nach Ochsenfurt. Um 9:00 Uhr kann es dann dort mit der Wanderung losgehen und zunächst steuere ich das Mainufer bei der Neuen Mainbrücke als erstes Ziel an.

Der Plan ist, den Main auf der alten Mainbrücke ca. 300 m mainabwärts zu überqueren, doch daraus wird nichts, denn die Brücke ist seit April 2007 abgebaut und wartet auf die Sanierung und Neuerrichtung. Davon weiß leider meine Wanderkarte nichts und so bleibt mir nichts anderes übrig, als auf der Ochsenfurter Mainseite zu bleiben und weiter Richtung Goßmannsdorf zu laufen. Weil ich nicht an der Hauptstraße entlang laufen möchte halte ich mich beim Bahnübergang über die Schienenabzweigung zum Hafen entlang den Gleisen auf einem anfangs schmalen Pfad. Nach einigen Metern lande ich dann aber auf dem Werksgelände der BayWa und störe die Mitarbeiter dann beim Frühstück in ihrer Baracke, um zu fragen, wie ich wieder auf den rechten Pfad komme.

Die Jungs sind super-freundlich und lotsen mich weiter Richtung Nordwesten. Nach einigen Kilometern auf dem Radweg kommt bei Winterhausen dann endlich die Gelegeheit die Mainseite hinüber nach Sommerhausen zu wechseln.
Die weitere Strecke bis Würzburg lege ich dann auch weiter auf dem Mainradweg vorbei an Eibelstadt und Randersacker zurück. In Würzburg grüßt dann bald die Festung Marienberg, am Mainufer legen die Ausflugs- und Flusskreuzfahrtschiffe an und ab und es kommt "Leben in die Bude". Die Mainpromendade der Bezirkshauptstadt ist auch an einem eher durchwachsenen Herbsttag ordentlich bevölkert. Auf der Alten Mainbrücke überquere ich wieder den Main, besorge mir beim Bäcker einen LKW und mache Pause am Mainufer.

Weiter geht es dann an den Talavera-Wiesen und an Zellerau vorbei zum Kloster Himmelspforten. Auf der gegenüberliegenden Mainseite zeigt sich jetzt der Würzburger Hafen, ich wandere weiter nach Zell am Main und im Anschluss nach Margetshöchheim. Hier geht es nun zum dritten Mal am heutigen Tage über den Main und ich komme in Veitshöchheim an. Ich durchquere den Hofgarten mit dem Schloss und erreiche um kurz nach 15:00 Uhr den Bahnhof.
Hier schließt sich nun die Lücke zur Tour aus dem Juli und dem "Projekt Mainwanderweg" sind 31 neue Kilometer hinzugefügt.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.

Hanau - Frankfurt am 13.11.2009: Vorbei an Offenbach in die Finanzmetropole

Wieder ein freier Tag unter der Woche und so geht es statt zur Arbeit eben zum Startpunkt der nächsten Mainwander-Etappe nach Hanau. Die Deutsche Bahn bringt mich zum Hauptbahnhof und gegen 8:30 Uhr beginnt die Wanderung in "Hessisch Uganda" damit sich erstmal zum Main durchzuschlagen. Dort angekommen geht es auf dem Radweg in Richtung Schloss Philippsruhe.
Das Wetter ist heute eher bewölkt, so ist man auch an der Philippsruher Allee alleine unterwegs. Bald bleibt das Schloss rechts liegen und die Schleuse nach Dietesheim kommt näher. Hier wird der Main überquert und auf Mühlheimer Seite geht es weiter Richtung Westen. Die nächsten Kilometer sind recht unspektakulär und so drücke ich ein wenig aufs Gas und mache Meter um Meter.

Gegenüber von Dörnigheim angekommen gibt es dann wieder etwas zu sehen. Hier setzt die Mainfähre nach Maintal an einem Stahlseil über. In Rumpenheim nicht weit entfernt warten dann schon die nächste Fähre sowie das Schloss Rumpenheim als Sehenswürdigkeiten. Jetzt mache ich auch die erste kleine Pause, in der ich entscheide die komplette jetzt folgende Mainschleife abzulaufen und nicht etwas auf gerader Strecke durch den Ort abzukürzen.
Gesagt, getan, es geht weiter auf dem Radweg den Main entlang. Auf der Gegenüberliegenden Mainseite taucht jetzt schon Frankfurt-Fechenheim auf und vorbei an Bürgel nähert sich das Offenbacher Mainufer. Bevor ich den großen Parkplatz an der Carl-Ulrich-Brücke passiere packe ich auf einer Bank noch kurz meine nächste Vesper aus und beobachte die Enten.

Am Offenbacher Hafengebiet vorbei geht es jetzt zum MTW und unter der A661 durch betrete ich Frankfurter Stadtgebiet. An der Gerbermühle werde ich vom Ich-Denkmal überrascht, einer Kunstinstallation, bei der man sich selbst in Manier eines Denkmals auf einen Sockel stellen kann.
Im Osthafen gegenüber beeindruckt das vor Anker liegende Feuerwehrboot und mit dem Erreichen des Deutschherrenufers wird der Weg deutlich belebter.
Noch steht auf der anderen Seite des Mains die Großmarkthalle und von der EZB-Baustelle ist noch nichts zu sehen. Bald habe ich einen süßlichen Geruch in der Nase und als ich auf der nächsten Parkbank 2 relaxte und breit grinsende Youngster sitzen sehe, weiß ich woher der Wind weht. Das Angebot auch ein wenig zu chillen lehne ich lachend ab.

Den Main überquere ich dann auf dem Eisernern Steg und komme in der Frankfurter Altstadt an. Auf dem Römer wird gerade schon der Weihnachtsbaum aufgestellt und die Japanerdichte erhöht sich schlagartig. An der Paulskirche vorbei gehe ich weiter zur Hauptwache an der Zeil und über den Roßmarkt biege ich in die Kaiserstraße ein.
Jetzt bn ich im Finanzdistrikt angelangt und im Schatten von Commerzbank-Tower und Eurotower geht es vorbei an der Gallus-Anlage ins Bahnhofsviertel. Die letzten Meter sind jetzt ein Slalomlauf durch die belebte Fußgängerzone und den Frankfurter Hauptbahnhof als Tagesziel erreiche ich um 14:30 Uhr. Nach einem heute doch sehr hohen Asphaltanteil auf der Wanderung tut das Sitzen im Zug zurück nach Aschaffenburg gut.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.

Frankfurt - Mainz am 23.11.2009: Die Mündung des Mains

Montags nicht arbeiten und trotzdem früh aufstehen? Dafür muss es schon einen besonderen Grund geben. Gibt es auch, denn die Wanderung zur Mündung des Mains in den Rhein bei Mainz steht an und so bringt wieder einmal die Deutsche Bahn mich an den Ausgangspunkt der Tour zum Frankfurter Hauptbahnhof.
Um kurz nach Halb Neun - die meisten Banker schlafen nooch - geht es zunächst einige Meter auf der Kaiserstraße entlang, um dann gleich hinunter zum Main abzubiegen und diesen auf dem Holbeinsteg zu überqueren. Auf der anderen Seite folge ich dann dem Fluss Richtung Niederrad und bewundere die Neubauten am Westhafen auf der gegenüberliegenden Mainseite.

Vorbei am Licht- und Luftbad geht es jetzt zum Schwanheimer Ufer und kurz nach der Staustufe Griesheim beige ich nach Schwanheim ab und verlasse den Main für die nächsten Kilometer.
Durch Schwanheim hindurch gelange ich zum Stadtwald, den ich durchquere und erste bei Kelsterbach komme ich wieder am Main an. Damit habe ich den Industripark Höchst umgangen und das Frankfurter Stadtgebiet verlassen. Jetzt geht es wieder direkt am Fluss entlang bis zur Schleuse Eddersheim, die ich nutze, um wieder die Mainseite zu wechseln.
Bald unterquere ich die A3 und komme in Flörsheim an, währen ich immer wieder in geringer Höhe von startenden und landenden Flugzeugen des nahe gelegenen Rhein-Main-Airports überflogen werde. Hier Leben? Nein Danke!

Einige Kilometer habe ich jetzt schon in den Beinen und nachdem die Landschaft auch nicht sooo schön ist drücke ich etwas aufs Tempo, umquere nach Flörsheim ein Industriegebiet, bevor bei Hochheim wieder mehr Grün zu sehen ist. Bei Mainz-Kostheim sind es dann nur noch wenige hundert Meter bis zur Mündung des Mains. Der direkte Zugang an der Franziska-Retzinger-Promenade ist gesperrt, so dass ich erst das Freibad Maaraue umlaufen muss, bis ich am Rheinufer stehe und hinüber nach Mainz blicken kann.
Das Tagesziel ist auch nicht mehr weit entfernt, der Bahnhof Mainz-Kastel ist gegen Halb Vier erreicht und weitere 37 km des Mains sind der Gesamtbilanz hinzugefügt. DIe Frage wo der Main endet ist nun also beantwortet, doch wo beginnt er?

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.

Ochsenfurt - Dettelbach am 28.11.2009: Die doppelte Brotzeit

Ein mildes, sonniges November-Wochenende lädt zu den nächsten beiden Etappen entlang des Mains ein. Zunächst darf wieder einmal die Deutsche Bahn für die Anreise sorgen, es geht mit dem Zug von Aschaffenburg über Würzburg nach Ochsenfurt. Inzwischen weiß ich ja welche Brücke aktuell über den Main führt und so ist es kein Problem Frickenhausen zu erreichen und dort die Anhöhe in den Weinbergen zu erreichen.
Als wir fast die A7 erreicht haben verlieren wir die Markierung des Mainwanderwegs und schlagen uns teilweise über die Felder durch bis zur Brücke über die Autobahn. Ab hier sind wir wieder auf dem richtigen Weg.

Der Mainwanderweg führt uns jetzt durch ein Wäldchen und bald in die Weinberge oberhalb von Sulzfeld am Main. Jetzt geht es bergab in den Ort wo auf einem alten Turm der Stadtmauer die Fränkische Flagge weht. Durch Sulzfeld kommen wir jetzt am Mainufer an und laufen dort entlang weiter in Richtung Kitzingen.
Vor Kitzingen führt der Weg uns an die Hauptstraße, später durch ein Industriegebiet und erst im Zentrum der Stadt wieder an den Main. Hier machen wir um die Mittagszeit eine kurze Pause. Danach geht es immer weiter den Main aufwärts nach Mainstockach und schließlich - nachdem wir die A3 unterquert haben - nach Dettelbach.

Unser heutiges Tagesziel gehört zwar auch zu Dettelbach, ist allerdings ein Ortsteil, der außerhalb einige Kilometer entfernt gelegen ist: Neuses am Berg. Wie der Name schon sagt muss von Dettelbach aus noch eine Steigung bewältigt werden, ehe wir in unserer Unterkunft ankommen.
In diesem kleinen Winzerdorf ist die Auswahl an Möglichkeiten etwas zum Abendessen zu bekommen sehr eingeschränkt, wir finden aber ein kleines Weinlokal, das auch Brotzeit anbietet.
Nach 28 gewanderten Kilometern ist der Hunger natürlich groß und so bringen wir den Wirt zum Staunen als wir neben dem Wienschoppen 2 x nacheinander einen Brotzeitteller bestellen und ohne Reste verputzen. Satt und müde von Bewegung, Essen und Wein gehen wir bald die wenigen Meter zu unserer Unterkunft und verbringen eine geruhsame Nacht.

Den Track zur Tour gibt es bei gpsies.com und mehr Bilder kann man sich bei www.23hq.com anschauen.

Dettelbach - Schweinfurt am 29.11.2009: Wieso verlässt der Mainwanderweg den Main?

Die Mainschleife bei Volkach ist am Morgen unser Revier, nachdem wir früh gefrühstückt haben und jetzt schon um 8:20 Uhr von Neuses am Berg aufbrechen. Zunächst geht es durch die Weinberge oberhalb von Escherndorf vorbei und Richtung Vogelsburg. Hier biegt der Mainwandereg nach Volkach ab, um sich im weiteren Verlauf durch den Steigerwald zu winden und erst bei Eltmann kurz vor Bamberg wieder an den Main zu führen. In unseren Augen eine "unfaire Abkürzung", bei der man auf alle Fälle einige Mainkilometer und vor Allem Städte wie Schweinfurt und Hassfurt verpasst. Wir verlassen also den Mainwanderweg und schlagen uns auf eigenen Wegen nach Norden Richtung Schweinfurt.

Auf eigenen Wegen heißt gleich zu Beginn sich auf einen weglosen Abhang in Richtung Kaltenhausen zu begeben. Ganz schön steil und nicht zu empfehlen, aber halt kürzer als auf offiziellen Wegen. So gelangen wir ans Mainufer und lassen Kaltenhausen und Untereisenheim links liegen, um erst wieder in Obereisenheim in bewohntes Gebiet zu kommen.
Bei weiterhin bestem Herbstwetter passieren wir Wipfeld und gelangen über die Felder nach Garstadt. Dort machen wir zur Mittagszeit eine kleine Pause, bevor wir weiterwandern und bald auf der anderen Mainseite das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld in unser Blickfeld kommt. Die Kühltürme stoßen mächtigen Wasserdampf aus, das KKW scheint auf Hochtouren zu laufen.

Als nächstes geht es durch Bergrheinfeld und jetzt ist es auch schon nicht mehr weit nach Schweinfurt. Es wir von der Wegführung noch einmal etwas unschöner, die A70 will überquert werden und dann geht es erst durch Oberndorf und später an den ZF-Werken vorbei zur Bahnstrecke.
Ab hier ist es nicht mehr weit zum Schweinfurter Bahnhof, den wir schließlich um 15:20 Uhr erreichen. Von hier bringt uns die Deutsche Bahn mit einem Umstieg in Würzburg wieder zurück nach Aschaffenburg und unser Wanderwochenende geht zu Ende.

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Hassfurt - Schweinfurt am 20.12.2009: Eiseskälte

Endlich Urlaub! Bevor die Feiertage in diesem Jahr beginnen, wollen wir noch eine Etappe des Mainwanderwegs in Angriff nehmen. Die letzten Tage waren kühl waren und in weiser Voraussicht packen wir uns gut ein und machen uns auf den Weg zum Aschaffenburger Bahnhof. Kaum sind wir jedoch ins Freie getreten, merken wir schnell, dass es heute deutlich kühler ist als die letzten Tage.
Ein Thermometer auf dem Weg zeigt -22°C! Schnell haben wir den Weg zum Bahnhof zurückgelegt und machen es uns in der Bahn bis Hassfurt erst mal gemütlich. Angekommen in Hassfurt müssen wir leider feststellen, dass auch hier deutliche Minusgrade herrschen. Geschwind wandern wir los und schon nach wenigen Metern haben wir Reif in den Haaren.

Die Strecke führt uns heute immer auf dem Mainradweg direkt am Fluss entlang. Heute müssen wir uns keinerlei Sorgen machen, dass wir dabei die Radfahrer stören. Bei diesen Temperaturen ist niemand so verrückt sich aufs Rad zu schwingen.
Irgendwann macht sich der Hunger bemerkbar, aber die Kälte lässt uns nur kurz Verweilen. Trotz Mütze, Handschuhe und Heißgetränk macht eine Pause im Freien bei arktischen Temperaturen keine große Freude und so wandern wir heute in Windeseile durch die Kälte. Auch unser Tempo ist bemerkenswert, die Ortschaften rauschen nur so an uns vorbei. Wülflingen, Ober- und Unter-Theres, Ottendorf, nur noch immer kein Schweinfurt in Sicht.

Bei Gädheim kommen wir an ein paar kleinen zugefrorenen Seen vorbei und nach Schonungen geht es dann in die Mainkurve in Richtung Schweinfurt. In und um Ortschaften trifft man jetzt wenigstens einn paar Leute, die trotz Allem mit Ihren Hunden rausmüssen, aber ansonsten bleibt es weiter einsam. Das ändert sich erst als wir den Schweinfurter Stadtbahnhof passieren und wenig später vom Mainufer in die Innenstadt abbiegen.
In der Stadt mit den Passanten fühlt sich das ganze auch schon viel wärmer an und schließlich ist es auch nicht mehr weit bis zum Bahnhof. Zunächst noch durch die Fußgängerzone und dann vorbei an den ersten Industriebauten errreichen wir nach 25,5 km und einer Gehzeit von nur 4:45 h unser Tagesziel.

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Hassfurt - Ebelsbach am 11.02.2012: Weiter geht's nach längerer Pause

Wie jetzt? Mehr als 2 Jahre Pause beim Mainwanderwegprojekt? Bein gebrochen? Nach Sibirien gezogen? Auf der Internationalen Raumstation gelebt?
Natürlich trifft nichts von Alledem zu, es standen halt einfach andere Aktionen im Vordergrund, z.B. der Burgenweg Bergstraße, Schneeschuhtouren, der Great Glen Way in Schottland, Kletterkurs und Kletterausflüge, und so weiter und so fort. Aber irgendwann erinnert mann sich dann halt, dass da doch noch etwas war...
Und so werden Anfang 2012 Pläne geschmiedet wie es weiter in Richtung Bamberg und später zur Quelle des Maines gehen kann. Von Hassfurt aus bietet es sich an, dem Burgen- und Schlösserweg zu folgen, der durch die Hassberge nach Osten führt.

So reisen wir also mit der Bahn nach Hassfurt und machen uns durch den Ort und das Industriegebiet am Galgenfeldsee vorbei auf zum Anstieg auf die Hohe Wann. Auch heute ist es wieder sehr frisch bei allerdings klarem sonnigen Wetter, so dass von der Hohen Wann aus ein toller Blick hinab ins Maintal möglich ist.
Auf der Ostseite des Hügels steigen wir bergab nach Krum und wandern durch den Amonsgraben zum Dreiländerstein. Weiter geht es in das kleine Dörfchen Bischofsheim, wo uns ein freilaufender Hund, wahrscheinlich der Wachhund des Dorfes argwöhnisch durch die Straßen begleitet und sicherstellt, dass wir nichts anstellen und den Ort auch wieder verlassen. Auf dem zugefrorenen Bischofsheimer Weiher wird Eishockey gespielt und wir wandern weiter durch die Wälder der Hassberge.

An Schönbach vorbei geht es dann bald bergab und wir kommen nach Ebelsbach, dem heutigen Etappenziel. Im Ort sehen wir dann auch kurz vor dem Bahnhof wieder eine Markierung des Mainwanderwegs, der bei Eltmann aus dem Steigerwald kommend den Main überquert und von hier aus weiter nach Bamberg führt.
Für uns ist aber heute in Ebelsbach Schluss, den weiteren Weg heben wir uns für das nächste Mal auf und treten vom Bahnhof aus die Heimreise an. Etwas ungewöhnlich ist, dass die schnellste Reisemöglichkeit erst einmal mit der Regionalbahn in die "falsche Richtung" nach Bamberg führt, von wo aus man dann in einem Regionalexpress die gleiche Strecke wieder zurück in Richtung Schweinfurt fährt. Im Bamberg wird es mit dem umsteigen etwas eng, aber mit einem beherzten Sprint inklusive Hürdensprung über das Treppengeländer erreichen wir den Zug Richtung Heimat.

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Ebelsbach - Bamberg am 09.05.2013: Bamberg - Am Ende des schiffbaren Mains

Wieder dauert es mehr als ein Jahr bis wir wieder auf dem Mainwanderweg ankommen, die weite Strecke, die inzwischen bis zu den Startpunkten zurückzulegen ist, schreckt schon ein wenig ab und so macht dann dann doch öfters etwas in der Heimat.
Trotzdem soll es ja auch mit dem Projekt Mainwanderweg weitergehen und so legen wir im Mai 2013 in Ebelsbach los, um zu Fuß ins Oberfränkische nach Bamberg zu wandern. Das blaue M ist unser Begleiter als wir in Richtung Stettfeld zunächst bergauf in den Wald wandern. Es erwartet uns gleich einmal bei warmem Wetter eine ordentliche Steigung zum Glück läuft der Weg komplett im Schatten. Nach einer Stunde geht es wieder hinab und wir kommen in Stettfeld an.

Nachdem wir den Ort verlassen haben schlängelt sich der Weg über mehrere Kilometer durch den Wald. Apropos "schlängeln": Mitten auf dem Weg fühlt sich bald eine Blindschleiche extrem von uns gestört. "Was soll das denn hier mit dem fotografieren? So sensationell bin ich nun auch wieder Nicht!" scheint sie zu protestieren.
Wir erreichen kurz darauf den Sandhof mit dem kleinen See und machen dort eine längere Vesperpause. Im Anschluss geht der Weg weiter zum Mönchsee und an dessen Ufer entlang weiter im Wald in Richtung Johannishof. Den Hof selbst erreichen wir nicht, weil wir kurz vorher die Abzweigung nicht nehmen und weiter in Richtung Kreuzberg wandern. Auf dem Kreuzberg angekommen haben wir den höchsten Punkt des heutigen Tages erreicht und somit geht es jetzt nur noch bergab.

Von der Anhöhe hat man schon den Blick auf Bamberg, bis man in die Stadt kommt sind aber noch einige Kilometer zu bewältigen. Wir wandern zunächst hinab nach Dörfleins und über die Mainbrücke nach Hallstadt. Jetzt geht es für uns nachdem wir die A70 unterquert haben an den Bahngleisen entlang durch eine ausgedehnte Schrebergartensiedlung hinein nach Bamberg.
Zuletzt laufen wir an der Straße entlang in Richtung Bahnhof, kommen noch an der Mälzerei vorbei und erreichen dann nach 5:25 h Gehzeit und 26 km unser Ziel.
Mit dieser Ankunft ist schon einmal die komplette Strecke des schiffbaren Mains abgewandert, ab hier ist der Main nur noch ein Flüsslein und je weiter man in Richtung Quelle vordringt desto schwieriger wird es zu glauben, dass das echt der Main ist.

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Bamberg - Ebing am 28.08.2013: Unterwegs mit dem Zelt

Ende August sind glücklicherweise nach dem Berurlaub im Wilden Kaiser noch ein Paar Tage Urlaub übrig und ein stabiles Hochdruckgebiet hat sich über Deutschland eingenistet, so dass weiteren Outdoor-Aktivitäten nichts im Weg steht. Also heißt es für uns wieder einmal den Rucksack zu packen und dieses Mal kommt etwas mehr Gewicht zusammen, denn wir wollen eine zweitägige Tour mit Übernachtung Im Zelt erleben.
Leichtzelt, Schlafsack und Isomatte sind also mit an Bord, als uns der Zug um 10:30 Uhr in Bamberg ausspuckt. Um an den Main zu kommen müssen wir uns jetzt erst einmal nach Hallstadt durchschlagen und da wir einen anderen Weg als beim letzten Mal nehmen wollen laufen wir ein wenig im Zick-Zack durch die Landschaft, denn einige Zugstrecken, Schnellstraßen und Autobahnen wollen unter- oder überquert werden.

Wir durchqueren Hallstadt und kommen jetzt wieder an den Main, der hier wirklich bereits nur noch ein Flüsschen ist. Zunächst geht es auf dem Fahrradweeg am Ufer antlang, aber bald treffen wir auch wieder auf das altbekannte blaue M des Mainwanderwegs und können uns so schon nicht mehr verlaufen.
In Baunach gönnen wir uns eine längere Pause und weichen im Anschluss vom Mainwanderweg ab, da wir jetzt den Zeltplatz am Ebinger See ansteuern. Bei Daschendorf überqueren wir die Itz und wandern weiter über die Felder Richtung Ebing. Aus der Ferne können wir bald noch zwei Störche beobachten, die auf einem Feld die Nachmittagssonne genießen. Gegen 16:00 Uhr kommen wir schließlich auf dem Campingplatz an.

Der Camping-Wart ist super-relaxt und will für die Übernachtung noch nicht einmal die eigentlich fällige Gebühr kassieren, wäre ja auch Schreibarbeit und das ganze nur für eine Nacht, da kann man schon einmal fünf gerade sein lassen. Der Campingplatz ist sehr schön am Ufer des Ebinger Sees gelegen, leider haben wir keine Schwimmsachen dabei. Nachdem wir unser Zelt aufgebaut haben zischen wir dann ein schnelles Radler am Kiosk und wanken später noch in den Ort zum Abendessen.
Wieder einmal typisch oberfränkisch: Unschlagbar günstig und dazu noch saulecker! Zufrieden und mit vollem Bauch kriechen wir nach Sonnenuntergang in unsere Schlafsäcke und versuchen so gut es geht zu schlafen.

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Ebing - Bad Staffelstein am 29.08.2013: Auf zur Stadt des Adam Riese

Die Tage nach einer Übernachtung im Zelt sind immer etwas spezieller. Sooo toll kann man dann doch nicht schlafen, in der Regel tut der eine oder andere Knochen weh und um das Frühstück muss man sich auch noch selber kümmern. Diese Erfahrungen legen einem nahe, eher kurze Strecken nach dem Camping zu planen. Wir wollen heute deshalb auch deutlich unter 20 km bleiben und haben uns nur den Weg bis nach Bad Staffelstein vorgenommen.
Der Tag beginnt früh mit einem Blick über den Ebinger See und nachdem das Zelt abgebaut und alles wieder in den Rucksäcken verstaut ist, geht es um 8:30 Uhr mit der Wanderung los. Unser erstes Ziel des Tages ist Zapfendorf, wo wir uns beim Bäcker mit einem Frühstück versorgen und unsere erste Pause verbringen.

Weiter geht es auf die Anhöhe über dem Ort und dann auf einem Feldweg hinüber nach Leiterbach. Hier gehen wir bergab un durch den Ort, bis wir auf die Bahnlinie stoßen. An dieser werden wir uns den Rest des Tages orientieren, wobei wir zunächst nicht auf den besten Wegen wandern, weil gerade offensichtlich eine Gasleitung parallel zur Bahnstrecke verlegt wird und wir durch etliche Baustellen und Baugruben mit schlammigem Untergrund wandern müssen.
In Ebensfeld, der nächsten Ortschaft die wir durchqueren, machen wir gegen 11:00 Uhr wieder eine Pause auf der Bank einer schattigen Sitzgruppe. Weiter geht es vorbei am Schwimmbad am Ebensfelder See zurück an die Bahnstrecke. Wieder wandern wir über die Felder und die Sonne brennt uns auf die Köpfe.

Kurz vor Bad Staffelstein erwartet uns die nächste Baustelle. Offensichtlich wird eine Umfahrung der Kurstadt gebaut, die Brücke über den Main ist schon fertig, die Zufahrtstraße ist noch im Rohzustand und stellt sich uns in den Weg. Wir bemühen uns in keinen Kanalschacht zu fallen und finden zum Glück bald wieder einen Feldweg, der uns unserem Ziel weiter näher bringt.
In Bad Staffelstein erreichen wir dann zunächst im Industriegebiet, unterqueren dann die Bahnstrecke und sind gegen 12:30 Uhr am Bahnhof angelangt. Auf den Zug Richtung Bamberg müssen wir bei einem kühlen Spezi vom Dönerladen nicht lange warten und die nächsten Anschlüsse klappen auch reibungslos, so dass wir recht früh wieder in Aschaffenburg ankommen und die letzten Urlaubstage genießen können.

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Bad Staffelstein - Burgkunstadt am 04.01.2014: Über den Staffelberg

Es heißt früh aufstehen, wenn man für eine Wandertour in den ersten Tagen des Jahres eine so lange Anreise hat. Die Tage sind kurz und so geht es um kurz nach 7:00 Uhr in Aschaffenburg los, um gegen 10:00 Uhr in Bad Staffelstein starten zu können.
Vom Bahnhof aus geht es durch das kleine Städtchen vorbei am Denkmal für Adam Riese, der hier vor über 500 Jahren geboren wurde. Ob Eva Zwerg auch aus dem gleichen Ort stammt, kann ich leider nicht sagen. Wie auch immer, für uns steht - nachdem wir die Stadt Richtung Osten verlassen haben - der Anstieg auf den Staffelberg an. Ganz schön steil, wenn man noch nicht so richtig warm ist, aber um Viertel vor 11:00 Uhr sind wir dann oben bei der Kirche und drehen eine kleine Runde auf dem Gipfelplateau.

Der Ausblick ist heute etwas eingetrübt, das Kloster Banz auf der anderen Seite des Mains ist aber zu erkennen. Weiter geht es für uns wieder kurz bergab und dann auf der Hochebene vorbei an Spitzberg und Altem Staffelberg zu einer Aussichtsplattform, die den Blick auf Vierzehnheiligen frei gibt. Hier machen wir unsere erste Pause, bevor wir nach Klosterlangheim absteigen. Von hier aus geht es durch den Wald nach Roth und dann wieder bergauf in Richtung Isling.
Jetzt steht der Anstieg zum Kordigast auf dem Programm, wobei der Mainwanderweg sowohl den Kleinen, wie auch den Großen Kordigast links, bzw rechts liegen lässt. Wir finden das nicht schlimm, auch so haben wir heute bereits ordentlich Höhenmeter im Aufstieg hinter uns gebracht.

Es geht also wieder bergab nach Pfaffendorf und unser Ziel Burgkunstadt ist nicht mehr ganz so weit. Vorher aber - wer hätte es gedacht - steht noch einmal ein Anstieg zum Steinbühl an. Dann ist es aber wieder geschafft und die letzten Meter nach Altenkunstadt und schließlich über den Main nach Burgkunstadt.
Der Bahnhof liegt günstig und den Zug nach Lichtenfels und später auch die Anschlüsse weiter nach Bamberg und Aschaffenburg erwischen wir auch, so dass die erste Wandertour des Jahres eine runde Sache wird. So weit ist es jetzt auch nicht mehr bis zum Zusammenfluss von Rotem und Weißen Main und das Ziel ist und jetzt klar: In diesem Jahr schaffen wir es noch bis zur Quelle.

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Burgkunstadt - Kulmbach am 08.02.2014: Zusammenfluss von Rotem und Weißem Main und die Bierstadt Kulmbach

Beim Aussteigen aus dem Zug um 10:20 Uhr in Burgkunstadt erwartet uns erstaunlich schönes Wetter für Anfang Februar. So fällt es uns nicht schwer gleich in den Rhytmus zu kommen und die ersten Meter über den Main nach Altenkunstadt gehen locker vom Hocker. Im Ort geht es an der Neumühle vorbei und dann auf einen kleinen Feldweg, der aus dem Ort auf eine Anhöhe führt. Als nächstes geht es nach Baiersdorf, durch den kleinen Ort und dann hinauf in den Wald.
Bei Witzmannsberg ist dann der Mainwanderweg wegen Waldarbeiten gesperrt, so dass ein ordentlicher Umweg ansteht, der uns einige zusätzliche Kilometer und vor Allem auch Höhenmeter bringt. So wird es dann für uns auch irgendwann mitten im Wald Zeit unsere erste Pause einzulegen.

Gut, dass wir abseits vom Forstweg pausieren, kaum haben wir die Brotzeit ausgepackt heizt ein Idiot mit Quad mit 80 Sachen durch den Wald: Hirnlos!!! Ob das Quad wohl rechtzeitig halten könnte, wenn ein Wildschwein aus dem Wald gesprungen kommt?
Für uns geht es bald weiter, gestärkt tragen uns unsere Füße die nächsten Kilometer beinahe wie von selbst. Es geht durch Wüstenbuchau, Bechtelsreuth und später durch Gundersreuth. Mit jedem Schritt kommen wir unserer Endstation näher und kurz nach Frankenberg treffen wir schon auf den Zusammenfluss des Roten und des Weißen Mains. Von hier aus folgt der Mainwanderweg dem Weißen Main bis zu dessen Quelle am Ochsenkopf im Fichtelgebirge.

Zum Bahnhof müssen wir dann noch einige Kilometer durchs Industriegebiet zurücklegen, unseren Zug zurück erreichen wir noch rechtzeitig und gegen 20 Uhr sind wir wieder zurück in Aschaffenburg.
Der lange Tag hat hungrig gemacht und nach einem großen Topf Spaghetti (1 kg Nudeln!!!) mit Tomatensauce fallen wir erschöpft aber glücklich ins Bett.

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Kulmbach - Bad Berneck am 01.05.2014: Am Tag der Arbeit Auf und Ab durch Oberfranken

Der erste Mai ein Donnerstag? Besser geht's nicht: Brückentag Ahoi! Vier Tage zur freien Verfügung, drei davon für die letzten Etappen auf dem Mainwanderweg und den Sonntag dann zum Ausruhen. Los geht's mit der Bahn über Bamberg und Lichtenfels nach Kulmbach um gegen 11:30 Uhr die letzten Kilometer entlang des Weißen Mains ins Fichtelgebirge zu starten.
Nach einer kurzen Strecke durch die Stadt geht es gleich richtig zur Sache. Auf dem Anstieg zur Plassenburg kann man gleich mal zeigen, wie es so mit der Kondition steht.
Oben angekommen wird man mit einem schönen Blick auf die Altstadt belohnt, bevor es Richtung Südosten in den Wald geht. Das Wetter war wechselhaft angesagt und auch etwas Regen in Aussicht gestellt. Aktuell ist es zwar bewölkt, aber noch werden wir nicht nass.

Auch wenn es reizvoll ist, die erste Gelegenheit auf einem Maifest ein kühles oberfränkisches Bier zu zischen, lassen wir links liegen. Das Erreichen unseres Tagesziels wäre sonst wohl ernsthaft gefährdet. Stattdessen geht es weiter und bald aus dem Wald heraus hinab nach Waizendorf.
Hier treffen wir dann zum ersten Mal an diesem Tag auf den Main. Ein kleines Rinnsal, von dem man fast nicht glaubt, dass daraus mal ein richtiger Strom wird.
Über Feuln geht es nach Schlömen, wo wir eine Vesperpause einlegen, bevor wir vor Himmelkron die Baille-Maille-Lindenallee bewundern. In Himmelkron sind wir uns dann über den weiteren Wegverlauf nicht immer ganz sicher , finden schließlich aber doch den Weg aus dem Ort heraus und überqueren bald die A9.

Zwischen uns und Bad Berneck sind jetzt schon nur noch wenige Kilometer, diese haben allerdings noch einmal ordentliche Höhenmeter zu bieten. Zunächst geht es nach Köslar und dann steht nach kurzer Pause der weitere Anstieg zum Wolfenberg mit dem Prinz-Rupprecht-Turm an.
Hier haben wir den höchsten Punkt des Tages erreicht und weiter über Rimlas erreichen wir um 17:15 Uhr über einen steilen Pfad Bad Berneck und stehen quasi schon direkt vor unserer Unterkunft. Kaum angelangt erfüllt sich auch noch die Wettervorhersage, es setzt ein ordentlicher Regen ein. Uns Wurscht die Etappe ist geschafft und das Abenessen und einige "Kulmhell" dazu haben wir uns verdient.

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Bad Berneck - Warmensteinach am 02.05.2014: Die Weißmainquelle am Ochsenkopf

Heute steht sie an - Die Köngsetappe des Mainwanderwegs. Nach 19 bereits gemeisterten Strecken geht es heute zur Quelle des Weißen Mains am Ochsenkopf. Nach dem Frühstück gehen wir zunächst noch durch den Ort, um uns mit Proviant einzudecken, bald aber führt kein Weg daran vorbei das Tal wieder zu verlassen und den steilen Anstieg Richtung Eisenleite anzugehen.
Während der Main im Tal entlang fließt, führt uns der Mainwanderweg entlag der Höhe in Richtung Bischofsgrün. Bevor wir aber den kleinen Ort am Fuß des Ochsenkopfs erreichen, sind noch einige Kilometer auf stetig ansteigenden Forstwegen zu bewältigen. Gegen 12:15 Uhr ist dann auch noch einmal eine ausgiebige Pause angesagt, bevor wir den Ort durchqueren und in Richtung Ochsenkopf weiterwandern.

Von Bischofsgrün aus geht es in den Wald und zunächst auf Forstwegen am Osthang des Bergs entlang. Bald zweigt ein schmaler, steiler Pfad ab und führt uns bergan in Richtung Weißmain-Quelle. Das Wetter ist auch heute nicht ganz optimal und je mehr wir an Höhe gewinnen, desto mehr gelangen wir in den Nebel. Mehr als einen Weg gibt es hier aber nicht und so kommen wir schließlich um 14:15 Uhr an der Quelle des Maines an. Geschafft! Aus einer mit Stein gefassten Quelle tröpfelt das Wasser, das in einigen Tagen einmal in den Rhein fließen wird.
Foto-Session und Vesper-Pause fallen großzügig aus, schließlich markiert der Moment das Ziel einer langen Reise und das darf man dann auch mal genießen.
Logisch ist aber auch, dass hier mitten im Wald am Hang des Ochsenkopfs nicht das Ende der Tour sein kann und deshalb müssen wir nartürlich irgendwann weiter wandern. Die noch fehlenden Höhenmeter hinauf zum Gipfel des Ochsenkopfs nehmen wir mit Schwung und kehren im Gipfel-Gasthaus ein.

Von hier aus geht es nur noch bergab zu unserem Tagseziel, der kleinen Ortschaft Warmensteinach am Südhang des Ochsenkopfs. Der Wanderweg führt teilweise parallel zu einer beeindruckenden Mountain-Bike-Strecke bergab zur Talststion der südlichen Seilbahn. Auf dem Weg sehen wir noch einige beeindruckende Felsformationen und nach weiteren Höhenmetern kommen wir gegen 17:15 Uhr in unserer Pension an. Fürs Abendessen müssen wir noch einmal ein paar Meter zurücklegen, aber sowohl Essen als auch die Bierspezialitäten entschädigen für die Strecke. Müde fallen später in die Betten und tanken Kraft für den letzten Tag der Tour.

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Warmensteinach - Bayreuth am 03.05.2014: Zum Abschluss in die Stadt der Wagner-Festspiele

"Waaas? Wohin wollt ihr heute laufen? Nach Bayreuth?" Unsere sehr gesprächige und neugierige "Herbergsmutter" erklärt uns beim Frühstück gleich mal für komplett verrückt. Die 20 km in die große Stadt sind wohl hier hinter den Bergen bei den Sieben Zwergen gefühlt viel weiter. Wir lassen uns nicht verunsichern, denn wir wissen, dass wir schon viel herausfordernde Strecken gemeistert haben und so starten wir um 9:25 Uhr unsere letzte Etappe.
Gleich zu Beginn heißt es erst einmal oredentlich Höhe gewinnen, denn wir wollen das Hochtal in Richtung Untersteinach verlassen. Bevor wir in den Wald kommen, haben wir an einem Aussichtspunkt im Rückblick nochmals ganz Warmesteinach zu unseren Füßen. Mit einem Einheimischen, der seinen Morgen-Spaziergang macht, führen wir einen kurzen Plausch und machen kurz darauf noch ein Gruppenfoto.

Im Wald kommen wir dann am "Drei Hirtenstein" vorbei, einem dreiseitigen Grenzstein mit alten Inschriften. Bald geht es auf matschigen Wegen wieder bergab und um kurz vor 12:00 Uhr treten wir aus dem Wald und kommen in Untersteinach an, wo wir eine kurze Pause bei inzwischen doch etwas frischem Wetter machen. Die letzten Vesper-Vorräte werden aufgeteilt, damit alle gestärkt für die letzten Kilometer sind.
Der weitere Weg führt uns auf der Anhöhe parallel zum kleinen Flüsschen "Warme Steinach" weiter nach Döhlau und Höflas. Bald kommen wir auf das Gelände des Bayreuther Golfclubs und kurz danach treffen wir auf den Roten Main, dem wir folgen und auf einem kleinen Pfad auch die A9 unterqueren.

Jetzt kommen wir Bayreuth auf dem sich gerade in Vorbereitung auf die anstehende Landesgartenschau befindlichen Gelände an den Rotmainauen immer näher und nach dem Stadion sind wir auch schon bald in der Innenstadt angekommen. Wir machen einen kurzen Streifzug durch die Stadt und kehren in der Fußgängerzone in einem Gasthaus ein, bevor wir zum Bahnhof gehen, um unseren Zug zurück in die Heimat zu erreichen. Auf der Rückfahrt sind alle müde und erschöpft, aber doch auch erfreut, die 3 abwechslungsreichen Tage geschafft zu haben.

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Fazit

Die Strecke entlang des Mains war eine ganz besondere Herausforderung und nur zu Fuß kann man die Veränderungen, die der Fluss auf seinem Weg erfährt wirklich begreifen. Was aus einem schmalen Rinnsal am Ochsenkopf beginnt, wird einmal eine der bedeutensten Wasserstraßen Deutschlands. Irgendwie unglaublich, aber wenn man mit eigenen Augen sieht, wie der Fluss immer breiter wird, begreift man es doch irgendwann.
Auch kulturell hat die Strecke einiges zu bieten, man muss sich nur die Städte auf der Strecke ansehen, aber auch die vielen kleinen Ortschaften haben ihren Reiz. Vom Oberfränkischen Bierland über die Weinbaugebiete Unterfrankens bis hinüber ins Hessische und Rheinhessische bei Mainz ist einiges geboten. Die Wanderung selbst ist wenn man sich direkt am Fluss hält oft flach, aber sobald man in die Hänge oberhalb des Mains kommt, hat man schnell einiges an Höhenmetern zu bewältigen. Wer sich direkt an den Mainwanderweg hält, wir oft etwas abseits des Flusses wandern und vor allem mit der Tour durch den Gramschatzer Wald eine ganze Schleife des Mains verpassen. Auf welchem Weg auch immer: Wer den kompletten Flusslauf abwandert, hat etwas ganz spezielles geschafft.


Mehr Bilder der einzelnen Etappen gibt es bei www.23hq.com oder direkt hier:

Unsere Tourenberichte sind stets subjektive Erlebnisberichte, die unsere eigenen Eindrücke zum Zeitpunkt der jeweiligen Touren widerspiegeln. Hauptintention der Berichte ist es, einen visuellen Eindruck der Touren zu vermitteln. Detailierte Wegbeschreibungen finden sich in der Regel nicht direkt bei einer Tour, können aber oft als GPS-Information abgerufen werden.
Höhenangaben und Streckenangaben sind bei alpinen Touren i.d.R. aus digitalem Kartenwerk des Kompassverlags anhand der aufgezeichneten Tracks entnommen. Hierbei werden auch Gegenanstiege mit berücksichtigt.

Was eigentlich selbstverständlich ist, an dieser Stelle aber nicht unausgesprochen bleiben soll: Für die Sicherheit ist jeder selbst verantwortlich. Insbesondere bei alpinen Touren gilt es, sich in einschlägiger Literatur über die objektive Schwierigkeit und die zu erwartenden Gefahren zu informieren.

Bitte den zu unseren Tourenberichten beachten!


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